Samstag, 23. Januar 2016

Indienreise 2015/16 ab in den Norden


8. bis 10. Januar (English Version)
Thane - Navsari -Amedabad
Nach dem wir Chiplun hinter uns gelassen hatten, kamen wir in eine weniger Hügelige gegend. Die Luft wurde stickig, die Sicht von einem steten Dunst verdeckt und vor uns erstreckte sich ein Thal voller... nichts.

Sicher waren da Häuser, Fabriken, zerfallene Gebäude deren Funktion man nicht mal mehr erraten konnte... aber es gab nicht wirklich etwas zu sehen. Je näher wir Mumbai kamen, desto unspektakulärer wurde die ganze Sache. Und als wir schliesslich auf die Umfahrungsstrassen gelangten, war da nur noch aggressiver Verkehr, Abfall und Armut.

Ich begann die lachenden und sorglosen Gesichter aus Kerala und Goa zu vermissen. Ich bekam erst in Udaipur wieder das Gefühl, dass die Leute etwas auftauten. Gemäss anderen Teams waren die Leute um Mumbai zwar genau so hilfsbereit und freundlich, man sehe es ihnen aber einfach nicht auf den ersten Blick an.

Doch um Mumbai stellten sich uns noch ganz andere Probleme entgegen. Benzin in Kanistern. No can do sir! Denn scheinbar hatte es vor ein paar Jahren einen Anschlag gegeben. Seither. Only fill in Tuktuk. Ma'am! Zum Glück hatten wir aber Mimi dabei. Blond, süsses Lächeln bittende, grosse Rehaugen. Und zaaack. Wir hatten unseren Kannister gefüllt und konnten der Aglo-Mumbai entfliehen.

Doch halt! Unsere Probleme waren damit nicht gelöst. Wir kamen am frühen Abend in Nasvari an und versuchten ein Hotel zu bekommen. Nun... theoretisch waren da einige Hotels, praktisch fanden die das aber alle nicht so toll, dass da ein paar unzüchtige Westler auf der Matte standen. Oder aber sie hatten das Gefühl, ihre kleinen rustikalen Räume wären nicht gut genug für versnobte Westler. Nach dem dritten Hotel mit "No room, sorry!" wurde es langsam bedenklich. Doch dann sprach uns eine nette Dame an. In dem Hotel, in dem Sie wohne, gäbe es noch Zimmer. Sie helfe uns. Und so führte sie uns in das erste Hotel zurück, das wir angefragt hatten und oh wunder. Nach einem energischen Monolog der netten Dame, war da plötzlich ein Zimmer frei.

Wir zogen dann los, um etwas zu essen. Essen von Strassenständen ist in Indien einfach herrlich. Wir besorgten uns eine grosse Portion fritiertes Zeugs, dessen Namen wir uns nicht merken konnten, setzten uns auf eine Treppe, breiteten unser Essen auf einem Stück Zeitung aus und begannen zu schmausen. Doch da stand plötzlich eine junge Frau vor uns und redete besorgt auf uns ein und deutete immer wieder auf unser Essen und gestikulierte. Wir lächelten, wackelten mit dem Kopf und zuckten mit den Schultern. Die Dame rauschte davon, zurück in ihren kleinen Laden und kam Sekunden später mit Papptellern wieder drückte uns diese in die Hände, lächelte und verabschiedete sich.

Zwischen Nasvari und Amedabad hohlten uns die Gentlemen ein. Drei spassige Zeitgenossen, die dank ihrem wagemutigen Fahrstil nun etwas lädiert waren. Ben, der Fahrer hatte ein paar Kratzer an der Schulter, sein Kollege Tim eine angeknackste Rippe und eine offene Ferse und der dritte im Bunde, Adam, sah aus als hätte Hannibal Lecter versucht seine Beine zu schälen. Doch sie trugen es wie echte Kerle und hatten noch immer einen heiden Spass. Erschreckender Weise sollte das auch die einzige Gruppe bleiben mit denen wirklich kontakt hatte. Hundert Teams, Zweihundertfünfzig Runner... und ich schaffe es mit müh und not fünf Nasen etwas besser kennenzulernen.

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