Dienstag, 29. Dezember 2015

Indienreise 2015/16 - Dödelbüsi in Action

28. bis 30. Dezember (English Version)

Während wir uns für die Weiterreise bereit machten, wollte ich noch eine Kopie meiner Bisherigen Bilder machen. Leider verstand das Tablet das prinzip von 'alles' und 'kopieren' nicht und so endete die Übung so, wie bei mir so ein Chaos immer endet. Die Fotos der ersten paar Tage sind weg. Und da ein Tablet auch keinen offensichtlichen Papierkorb hat ist das einzige, was mich davon abhielt, das Ding in den Müll zu werfen, die Tatsache, dass das Ding meinem Mann gehört.

Kurz darauf entschied sich das Gerät dann, komplett abzustürzen. Und ich begann, mich damit abzufinden, dass es keine Blogeinträge für diese Ferien geben wird. Doch halt! Yves hatte ein magisches Händchen! Der Tablet Flüsterer trat in aktion und brachte das blöde Ding tatsächlich wieder zum laufen. Nur die Fotos... die sind Futsch... ich werde noch lange den tollen Krebs-Fotos nachtrauern...

Natürlich ist ein Tablet nicht das einzige, was kaputt gehen kann. Meine Hose ist im Schritt durchgelaufen und meine Flip-Flops haben eine Sohle verloren. Alles in allem also ein Top-Tag... oh und... wie soll ich sagen... Mimi und Yves haben mir danach ausdrücklich verboten irgend etwas in unserem Tucktuck anzufassen. Nur so zur Sicherheit.

Wir haben bisher das Deutsche Team Kennengelernt. Und ein Team aus London. Alles in allem sind alle wohl genau so verrückt wie wir. 104 Tucktucks mit um die 300 Teilnehmern... das kann ja lustig werden.



Indienreise 2015/16 - Alles Shiny

25. bis 27. Dezember (English Version)

Wir wurden von fernem Trommeln und dem zirpen von Grillen in den Schlaf gelullt. Fast wie am Conquest. Ich habe geschlafen wie ein Baby. Allgemein ist das BnB ein Traum. Völlig in der Pampa, mitten im Grünen und das versprochene Internet lag geschlagene drei Tage lang lahm. Einfach herrlich. So richtig perfekt zum Abschalten. Oh und das Essen... das Essen war einfach nur genial.

Wir verbrachten die Tage damit, die Gegend zu erkunden. Die Einheimischen hier sind noch so herrlich unverdorben vom Tourismus. Sie sind fröhlich und freundlich... auch wenn für mich ein 'Happy Christmas' bei Tropischen Temperaturen etwas komisch kommt.

Freitags durften wir einen Blick in die Küche eraschen. Sehr rustikal. Eine überdachte Veranda mit Gasherden und einfachen Tischen. Ich habe mich ein bisschen verliebt. Nicht nur in die Küche... auch in das kleine Babykätzchen, das verzweifelt nach etwas zu Essen suchte. Es war vermutlich etwa sieben Wochen alt und völlig abgemagert.

Nun... gewisse Leute werden weich, wenn sie Menschenbabys schreien hören... bei mir wecken Katzenbabies
Nun... gewisse Leute werden weich, wenn sie Menschenbabys schreien hören... bei mir wecken Katzenbabies den Mutterinstinkt. Sehr zu unserem Glück hat sich die Kleine aber nach einem ordentlichen Frühstück am Samstag wieder davongemacht. Und am Sonntag war dann auch die Mutterkatze wieder vor Ort. Ich kann mir also getrost einreden, dass alles gut ist.

Ein kleiner Ausflug mit einer Vespa brachte uns ein paar interessante Bekanntschaften. An einer Strandpromenade wollte Mimi das Gefährt wenden, doch die Vespa rutschte ihr von einem Stein weg und natürlich direkt in die Vespa eines völlig verdutzten Inders. Ich hatte davon gar nichts mitbekommen bis auf ein UH Oooh *boink* und da lag unsere Vespa auch schon auf dem Boden und ein halbes duzend Inder standen um sie herum und unzälige "I'm okay, are you okay?"' wurden ausgetauscht. Bis auf einen gebrochenen Bremshebel ging es aber allen gut. Und da rauschte auch schon ein junger Recke davon, den Mechaniker zu holen.

Der Mechaniker hatte aber nicht die nötigen Teile, also schnappte sich der Recke Mimi und der Mechaniker unsere Vespa und ich blieb mit Chai und dem älteren Inder, den Mimi so schwungvoll getroffen hatte, zurück.

Keine halbe Stunde Später kam die Eskorte mit einer reparierten Vespa zurück. Das ganze Abenteuer hatte uns zwei Franken und Mimis Facebook Kontakt gekosten... und wir bekamen noch einen Chai dazu spendiert.

Theoretisch hätten wir Sonntag abend noch ein Traditionelles Theaterspiel besuchen wollen, doch da unser Host Zeitgleich eine Hochzeit für ca. 1200 Gäste vorbereiten musste, ging unser Taxidienst vergessen... so nutzten wir den letzten Abend um einfach nochmals gemütlich auszuspannen.

Indien Reise 2015/16 - Candy Crush

23. und 24.12.2015  (English Version)

Meine erste Reise nach ausserhalb von Europa. Naja, ausser Japan... aber Japan zählt nicht. Japan ist krankhaft zivilisiert und unkompliziert.
Diesmal hiess es Visa? Impfungen? Notfallkit? Alles ziemlich neu für mich... und ich habe noch nie so viele Stempel und Kontrollen an einem einzigen Flughafen erhalten und durchlaufen.

Das Internationale Terminal war von fröhlichen und hilfsbereiten Leuten bevölkert. Selbst die bewaffnete Sicherheit war nett. Sobald wir jedoch im nationalen Teil waren wurden wir nur noch von säuerlich dreinguckenden Personen bedient.

Allerdings war da dieser andere Tourist. Indischer Abstammung aber gebürtiger Kanadier. Seine Haut hatte das satte Braun von schweizer Milchschokolade. Er trug das schwarze Haar schulterlang, hatte es aber im Nacken zusammengebunden. Sein Bart war dicht aber gepflegt und kurz getrimmt, damit er das markannte Gesicht noch betonte... wir sassen völlig übermüdet sicherlich eine halbe Stunde lang sabbernd zwei Tische weiter im Starbucks... zu unserer Verteidigung... wir waren zu dem Zeitpunkt seit gu 24h wach.

Das Abenteuer an sich begann dann in Kochi. Das BnB hatte unsere Nachricht nicht mehr bekommen und wir mussten uns selber ein Taxi besorgen. Dann ging es ab durch den Stadtverkehr. Stehend, hupend, schlenkernd, hupend, im Zickzack, hupend... und habe ich hupend schon erwähnt. Es ist etwas gewöhnungsbedürftig. Während Hupen in der Schweiz soviel heisst 'du verdammte Wichser' ist es in Indien mehr so ein 'sie äxgüsi ich will da dure'...

Und dann kamen wir nach zwei Stunden etwa im Zielgebiet an... nur konnte der Taxifahrer mit der Adresse nix anfangen und alle Einheimischen meinten es zwar gut mit Ihren Wegweisungen, hatten aber eigentlich kein Plan.
Und so fuhren wir etwa sechs mal im Kreis, bis der Taxifahrer dann frustriert nach der Telefonnummer des BnB verlangte und schwupp war es gefunden... naja, so schwupp auch nicht. Die Zufahrtstrasse sah aus wie ein Fussweg ins Nirgendwo... und dort im Nirgendwo stand ein Tor und hinter diesem Tor ein paar wunderbare Hütten und DAS war das BnB Heritage Marari. Ich sage euch... es ist traumhaft