Dienstag, 30. September 2014

Schottland 2014 Tag 5 - Whisky and History

Gegen zehn Uhr kamen wir bereits in Banavie an. Das Ende unserer kleinen Reise entlang dem Caledonian Canal. Gemietete Hauboote dürfen diesen Punkt nicht passieren. Die Anlegestellen waren dementsprechend gut besetzt.

Banavie hat sogar eine eigene kleine Zugstation. Da kommt zwar täglich nur etwa sechsmal ein Zug vorbei, aber hei, immerhin.
Wir gingen zu Fuss bis zur Destillerie am Fusse des Ben Nevis. Laut plänchen war das nur knapp anderthalb Meilen und Bewegung tut gut. Eine gemütliche Wanderung an der Hauptstrasse entlang.

Die Destilerie war sehr Besucherfreundlich. Ein kleines Café um auf die nächste Führung zu warten, leckeren Tee, fast leckeren Kaffee und sehr gemütliche Atmosphäre. Ich kenne mich mit Whisky zwar nicht aus, aber ich bin der Meinung, es ist einen Besuch wert: http://www.bennevisdistillery.com

Für nur fünf Pfund bekamen wir eine kurze, informative Führung durch die Destilerie. Zu beginn gab es ein putziges Filmchen darüber wie Hector McDram den Menschen den Whisky brachte. Und dann kam die Führung durch die Destillerie. Geleitet von einem alten, kleinen Mann mit wunderbar schottischem Akzent. Genau so muss es sein.

Da wir schon mal in einer Destillerie waren, wollte ich natürlich auch einen Whisky kaufen… da mein Know-How sich auf ‚Oh… hübsches Etiket‘ beschränkt, habe ich mich für den Traditional Ben Nevis entschieden. Das klang ok. Traditional kann nicht so schlecht sein...
Die Deutsche, die mit ihrem Mann neben mir darüber klagte, dass dieser Single Malt mit 40 Pfund VIEL zu teuer sei fragte mich dann auch gleich "Wieso denn dieser und nicht den 'Ten Year old'?" Ich meinte dann auch sehr professionell: „Sieht hübscher aus.“ Sie nickte wissend und ging davon, ohne einen Whisky zu kaufen.

Dann schnappten wir uns einen Bus bis Fort Williams. Die High Street ist die Übliche Ansamlung von Touristenshops. Das kam mir sehr gelegen, so kam ich an meine Wolldecke im Antique Buchanan Stil. Und an Fudge… VIEL Fudge.

Phipp’s Adlerauge erspähte dann auch eine kleine Tür mit einem kleinen Schild, hinten in der linken Ecke des Cameron Square. Es war genau so süss und verspielt, wie es sich von aussen präsentierte und das Essen war günstig und lecker. Beschriftet war das Restaurant mit 'The Square' allerdings fand ich es später unter dem Namen No 4 im Internet (www.no4fortwilliam.com). Aber ganz egal wie es sich nennt... Das essen ist gut, die Bedienung höflich und schnell und das Ambiente erstklassig.

Gleich daneben steht das West Highland Museum (http://www.westhighlandmuseum.org.uk). Eine kleine Führung durch Schottlands (Militär)geschichte. Gratis, mit WLan! Ehm ja, aber ganz ehrlich, auch ohne WLan ist das Museum einen Besuch wert. Es lebt von Spenden und Freiwilligenarbeit. Und ich finde, man merkt, dass da ein ordentlicher happen Herzblut drinnsteckt.

Montag, 29. September 2014

Schottland 2014 Tag 4 - Die Ruhe selbst

In Fort Augustus geht es aufwärts. Fünf Schleusenkammern muss man überwinden. Nachdem sie dann um halb zehn gnädigerweise die ersten Boote von unten nach oben durchliessen, waren wir um elf etwa in der Hälfte angekommen. Langsam begann ich an unserem Zeitplan zu zweifeln.

Zum Glück waren wir aber die ersten in der Reihe. So konnten wir dann auch direkt in unserem Wunschtempo weitertuckern. Zwanzig Minuten Später kam die nächste Schleuse.

Dort kamen wir zum Schluss, dass Schleusen-Fahren scheinbar nicht so einfach ist, wie wir dachten. Das Pärchen neben uns stellte sich beeindruckend unfähig an. Sie stand da, an Deck mit dem Seil in der Hand und starrte die Schleusenwärterin an, als wäre diese ein böser Geist… anstatt einfach das Seil hochzuwerfen. Er schaffte es dann zwar, das Seil in die gewünschte Position zu bringen, schien aber von der Aufgabe, den Motor abzustellen, schlichtweg überfordert. Und so puffte das Bötchen der beiden fröhlich seine Abgase ins Gesicht der Leute hinter ihnen. Selbst auf die Bitte, den verdammten Motor abzustellen, blinzelte der Herr nur komisch um sich.


Wir hielten kurz bei der Anlegestelle bei der ‚Well of Heads‘. Gäbe ein Monument, hiess es… war dunkel… und dauerte keine zwei Minuten. Ein Tunnel führte unter die Strasse, die dem Loch Oich entlang führt, zu einem kleinen Rinnsal. Nix beleuchtet, eng… perfekt für Grusel-Feeling, aber als Touristen Attraktion nicht so der Renner. Das Monnument das an der Strasse über dem Tunnel stand, wirkte auch eher etwas verlassen.

Als wir dann vom Loch in den Kanal einbogen, kam uns zum ersten mal in dieser Woche ein Boot entgegen. Ein Boot gesandt von Murphy persönlich. Beim packen dacht ich mir noch, ich lass den Piratenhut zu Hause. Vermutlich ist das Wetter eh mau und… wozu ein Piratenhut. Tja, jetzt wusste ich wozu: Die Meute auf dem Boot voraus hatte Piratenhüte und Schaumstoff Säbel und kleine Piratenfähnchen. DAMN!!!

Durch die Schleusen vor Loch Lochy kamen wir dann so problemlos, dass wir uns entschieden, das Loch noch an diesem Tag zu schaffen. Laggan hat zwar einen hübschen Anlegeplatz und das dazugehörige Camping Ressort hätte sogar einen Indoor Pool, aber die Anlegestelle wirkte etwas überfüllt.

Wir verbrachten die Nacht dann mutterseelen alleine an den Gairlochy Locks. Es war herrlich.





Sonntag, 28. September 2014

Schottland 2014 Tag 3 - Schottische Mentalität

Nach einem ordentlichen Frühstück, spazierten wir ein halbes Stündchen nach Drumnadrochit und nahmen von dort den Bus bis zum Urqhuart Castle. Ich war der Meinung, dass man das einfach gesehen haben muss… Es ist eine wunderschöne Ruine und der Blick auf Loch Ness ist atemberaubend.

All zu lange blieben wir jedoch nicht. Wir wollten noch rechtzeitig in Fort Augustus sein, um heute durch die Schleuse zu kommen. Laut Bootsvermietung sollten wir dafür eine gute Stunde rechnen.

Wir kamen drei Uhr an… warteten gute zwei Stunden und bekamen dann erklärt, dass es heute keine Durchfahrt mehr gäbe.  Weil man schliesslich pünktlich um sechs Uhr Feierabend machen muss, also kann man jetzt (um fünf Uhr) keine Durchfahrt mehr Starten... sie könnte ja länger dauern. Ehm ja… danke schön. Wir euch auch.
Immerhin ist Fort Augustus aber eine ansehliche Ansammlung von Häusern und Shops und Restaurants. Das ganze warf uns zwar im Zeitplan zurück, aber es war zu verkraften.

Fürs Abendessen wählten wir dann das Lock-Inn… kleines, feines Pub, mit mordsmässigen Portionen. Und superlecker. Immerhin etwas. Und seien wir ehrlich, egal wo man hier hält, es ist schön.
Fazit, es war ein eher ereignisloser aber schöner Tag.

Die Fischenden Nachbarn trafen wir auch wieder. Sie hatten noch nichts gefangen. Hauptsächlich, weil sie dann doch lieber wandern gingen, anstatt am Wasser zu hocken. Sie erzählten uns von einigen Natur-Sehenswürdigkeiten, die sie abklappern wollten... was mich dazu inspirierte, vielleicht auch mal Wanderferien in Schottland zu machen.

Samstag, 27. September 2014

Schottland 2014 Tag 1 und 2 - Inverness

Wo Helvetic Tours enttäuscht, baut KLM wieder auf. Am Schalter war eine reizende Dame, die uns dann Spontan das leichte Gepäck einfach mal kostenlos als Handgepäck buchte.
Der Flug hatte auch nur so viel Verspätung bis Schippol, dass wir den Anschluss mit einem kurzen Sprint noch erreichten und in Aberdeen hatten wir dann gemütlich Zeit um an den Bahnhof zu kommen, etwas zu Essen und dann weiter nach Inverness zu fahren.

... Diesel betriebene Züge sind laut… sehr laut. Kinder, deren Mütter lieber mit dem Handy spielen, als auf ihre Kinder aufzupassen, sind lauter. Ich war sooo kaputt, als wir endlich in Inverness ankamen.

Wir übernachteten im Royal Highlands Hotel (http://www.royalhighlandhotel.co.uk). Ein altes, aber hübsches Hotel, mit leckerem Frühstück und hübschen Zimmern. Direkt am Bahnhof. Wenn man Schottland mit den ÖV bereist, sehr zu empfehlen.

Am nächsten Tag spazierten wir dann gemütlich zum Caley Marina. Eine unserer weniger schlauen Ideen. Auf der Karte sah es nach einem Katzensprung aus. Mit den Koffern im Schlepptau, war es dann doch etwas mehr. Ein Taxi empfielt sich. Kostet so gut wie nix.

Caley Cruisers (http://www.caleycruisers.com) ist eine Ansammlung fröhlicher, freundlicher Leute. Sie bieten sogar einen Abholdienst von dein umliegenden Supermärkten, damit man den Grosseinkauf nicht zurückschleppen muss. Die Boote sind bequem und hübsch eingerichtet und unser Bug-Zimmer sah aus wie eine kleine Honeymoon Suite. Alles in allem ein wunderbarer Start.

Im gegensatz zu der Vermietung von Le Boat am Shannon, waren die Betreiber von Caley Cruisers auch sehr um unser Seelenfrieden besorgt. In jedem zweiten Satz betonten sie, dass es auf dem Loch Ness SEHR windig sei. Wir lächelten, nickten und  betonten, dass wir das schon verkraften. Und dann bekamen wir diesen „Jaja, ihr armen Landratten, werdet schon noch auf die Welt kommen“ Blick.

Zugegeben es WAR winding. Sehr windig. Das Boot wurde ordentlich durchgeschüttelt, und ich kann mir vorstellen, dass hardcore Städter sich dabei ordentlich in die Hosen machen können. Aber wir sind schliesslich Abenteurer, wir lassen uns von etwas Geschaukel nicht aus der Ruhe bringen.

Und so kamen wir dann auch am frühen Abend im Urquart Bay an.
Wie uns im Briefing aufgetragen wurden, legten wir dann auch direkt neben dem ersten Boot an. Da kam dann aber auch schon eine ältere Dame aus dem Boot gehüpft und fuchtelte mit den Armen „Too Close! Too Close!“ Wir checkten die Leinen, konnten aber kein Problem erkennen! „Too Close!!!“ Wir guckten sie verwirrt an. „You can’t be that close to our boat, you can see me in my pyjamas!“

Ehm ja... da im Hafen genug Platz und die Hochsaison schon durch, zogen wir unter dämlichem Grinsen und blöden Sprüchen eine Bootsbreite nach links. Die Dame war höchst zufrieden mit unserer Handlung und erzählte uns dann stolz, dass sie auch extra viel Brot dabei habe, um die Enten zu füttern. Damit hat sie sich den Code-Namen „Crazy Duck Lady“ verdient.

Es war nun aber doch schon früher Abend und Urqhuart Castle hatte geschlossen. Dementsprechend beschlossen wir, ein leckeres Stew zu kochen und uns einen ruhigen Abend zu machen.
Ein junges Pärchen, das zu unserer Linken angelegt hatte, packte inzwischen Angelruten und das Buch 'Fishing for Dummies' aus. Ein wirklich ruhiger abend.

Donnerstag, 25. September 2014

Schottland 2014 Tag 0 - Check-in of Doom

Dieser Check-in hat wahrlich seinen eigenen Beitrag verdient.

Wir dachten uns ja, buch den Flug übers Reisebüro, das ist bequemer... da musst du dann nur an den Flughafen, einchecken und das Gepäck aufgeben.

Vor einer Guten Woche bekam ich dann die Unterlagen mit E-Ticket. Na gut, dachte ich... ist zwar etwas mühsam, aber das schaffen wir schon. Ich meine, es ist mir zwar schleierhaft, wie das Reisebüro zu der Annahme kommt dass wir auch im Ausland uneingeschränkt zugriff auf Internet haben... aber heeeei, wir wollen ja mal nicht so sein.

- Keine Platzreservation wurde gemacht, wir sitzen einmal quer durchs Flugzeug verstreut.
- Wenn wir für unsere FERIEN Reise Gepäck mitnehmen wollen, dann müssen wir das extra bezahlen
- Die besprochene Annulierung einer Mitreisenden wurde nicht gemacht.

Also setzte ich mich dran und begann mit dem Check in, dann kam ich zu dem Teil mit dem Gepäck...
- Fehlermeldung-
Zweiter Versuch: - Fehlermeldung - aber zumindest zeigte es uns als 'Eingecheckt' an. Also gehste mal zum Support. Der nette Herr hat sich dann auch gleich gemeldet und so gingen wir das ganze an... drei Stunden lang. Fazit? Man solle das Gepäck-Upgrade halt am Schalter lösen.
... Ja ne, is klar... Ist ja nur 50% teurer.


Somit komme ich zum Schluss, Helvetic Tours schuldet mir 3 Stunden Schlaf, 4 Stunden Nerven, einen gelassenen und unbeschwerten Ferienbeginn und 55.00 Franken.
Damit wäre wohl geklärt wo ich meine nächsten Ferien NICHT buche... aber heeeeiii. Zumindest ist der Supporter von KLM höflich und etwas verlegen :D