Donnerstag, 13. März 2014

Stockholm 2014 Tag 4 - Der Krönende Abschluss

Der letzte Tag. Wir gingen es gemütlich an. Zum Glück kann man sich die Koffern im Hotel einstellen lassen um dann in aller Ruhe die Strassen unsicher zu machen.

 Ich konnte Kneuel davon überzeugen, dass eine alte Seidenfabrik sicher auch interessant ist. Altes Handwerk ist immerhin einfach nur cool!
Die Almgren Silk-Weaving Mill (http://www.kasiden.se/english-summary/)hat uns dann auch nicht hängen lassen. Ein wunderschön zurechtgemachtes Museum. Klein, Mehrsprachig, Freundlich, Übersichtlich. Nicht nur für Fanatiker des alten Handwerks und Fabriken zu empfehlen.



Doch das Museum war dennoch sehr klein und so standen wir schon zu Mittag wieder etwas planlos in den Strassen. Also schlenderten wir, und schlenderten, tranken den wohl geilsten Milchkaffee, den wir je bekommen haben, und Comicshops finden ... Apropos Kaffe:

Dann, kurz bevor wir uns auf den Weg zum Flughafen machen wollen gerieten bogen wir ab und standen vor dieser winzigen Tür, über der hing ein unscheinbares Schild und dahinter sahen wir einen winzigen Laden. 'Aifur Plunder, Viking Shop'. Das war dann der Moment in dem ich mir dachte: Wo zum teufel bist du die letzten Tage gewesen???' Und als ich nach getannem Einkauf von dem süssen Metalhead hinterm Tresen noch einen Flyer für das 'Aifur Restaurant' (eine f***ng Wikinger-Taverne: http://www.aifur.se/) da musste ich dann doch ein Tränchen vergiessen. Aber hei, ich wollte eh mal noch Birka besuchen, dann kann man das sicher hübsch kombinieren.

Leider musste ich danach mit einer weniger erfreulichen Ereignissen einer Touristenstadt bekanntschaft machen. Auf dem Weg zum Bahnhof machte ich mit dem Handy noch kurz ein Foto einer kleinen Statue. Ein Krokodil, gekleidet wie eine Bettlersfrau, mit einem süssen Kätzchen im Schoss... dann hab ich das Handy weggesteckt und nie wieder gesehen. Nun, ich hoffe, wer auch immer es jetzt hat, erstickt daran.

Dafür gab es am Flughafen selber dann einen der besten Burgern die ich seit langem gegessen hatte. Das Restaurant war gerappelt voll und so bekamen wir an unserem Tisch noch gesellschaft von zwei Geschäftsmännern, einer schien öfter hier, denn er erklärte seinem Kollegen beim hinsitzen: "Das sind die geilsten Burger, die ich kenne!" geht also nicht nur mir so :D

Fazit? Stockholm ist mir definitiv NOCH einen Besuch wert. Es gibt noch so viel zu sehen.

Mittwoch, 12. März 2014

Stockholm 2014 Tag 3 - Noch mehr Museen


Was liegt näher, als in der ‚Capital of Scandinavia‘ eine Ausstellung über Wikinger zu besuchen? Das Historische Museum (http://www.historiska.se/home/) wirbt mit einer hübschen, kleinen Broschüre, die in unserem Hotel aufgelegt wurde und natürlich wollte ich mir das nicht nehmen lassen.

Die Ausstellung über Wikinger war klein aber hübsch. Es gab atemberaubende Funde zu bestaunen… nur leider scheinen die guten Leute in letzter Zeit etwas umgeräumt zu haben, und die Beschriftungen schienen einfach nicht so richtig mit den Nummerierungen an den Gegenständen überein zu stimmen.
Ich kam trotzdem zum Schluss, dass die Vikinger ein erstaunliches Völkchen waren. Mit einer äusserst extravaganten Vorliebe für Schmuck.
Ein weiterer Teil der Ausstellung befasste sich mit der Geschichte VOR den Vikingern. Gleichzeitig aber auch mit einer Reise quer durch die Zeit. Wer sind wir? Woher kommen wir? Wie leben wir zusammen? Zugegebenermassen habe ich mich mit diesem Teil der Ausstellung eher wenig auseinandergesetzt und einfach die Fundstücke bewundert.

Auf dem Nächsten Stockwerk gab es eine Reise durch Schwedens Geschichte. Es gab Krieg zwischen den Königshäusern, Scherereien zwischen Königen und Kirche, Märtyrer, Helden und Heldinnen… mit anderen Worten, Schweden durchlebte mehr oder minder das selbe Theater wie jedes Land.
Dafür aber wurden in diesem Stockwerk auch textile Fundstücke und Kunst ausgestellt.
Zum Beispiel das einzige noch erhaltene Grabtuch. Wundervoll bestickte Seide. Umhänge für Geistliche, Teppiche, Wandbehänge… ich hätte die Stickereien und kunstvoll gewebten Tücher stunden Lang bewundern können.
Dann gab es da auch noch die Kunstwerke aus den Kirchen. Atemberaubende Holzarbeiten. Fresken, Skulpturen, Statuen… eins muss man der Kirche lassen… auch wenn es ein Verein von machtgeilen Säcken war, sie wussten schon, wie man sich richtig in Szene setzt.

Im Shop des Museums wurde mir mal wieder bewusst, dass es irgendwie frustrierend ist, wenn man Larpt, und sich etwas mit der Materie auseinander setzt. Der ganze Kram sah zwar hübsch aus, aber sobald man ihn in den Händen hielt, fühlte man richtig die Abwesenheit von Qualität. Und dabei hatte ich doch gehofft, meine Wikinger-Gewandung noch etwas aufmotzen zu können.

Da der Tag noch jung war, zog es uns noch ein wenig durch Stockholm. Wir wanderten mehr oder wenig auf gut Glück durch die Strassen, um dem Hardrock-Café einen Besuch abzustatten und dann zurück ins Hotel zu schlendern.

Natürlich hätten wir all unsere Ausflüge in weniger Zeit ‚erledigen‘ können, hätten wir von dem Tram und U-Bahn Netz gebrauch gemacht. Aber irgendwie, bin ich einfach gerne zu Fuss unterwegs. Ausser vom Flughafen in die Stadt, hatten wir bisher kein einziges Mal Räder unter dem Hintern.


 Zu Abend assen wir in einem Italiener.  Michaelangelo (http://www.michelangelo.nu/en/). Wenn man die Bedienung und vermutlich die Besitzer betrachtet, kommt tatsächlich irgendwie ein italienisches Feeling auf. Sie waren ausserdem nett, schnell und gut. Die Atmosphäre war angenehm… fazit. Kann ich ebenfalls weiterempfehlen.

Dienstag, 11. März 2014

Stockholm 2014 Tag 2 - Museen

Das Frühstück im Lady Hamilton war eher etwas karg und vor allem schon recht kühl. Dafür hatte ich endlich mal wieder ein weich gekochtes Ei, das auch tatsächlich Weichgekocht war (und kalt). Aber geschmacklich war alles völlig in Ordnung.



Wir zogen dann zu Fuss los nach Skansen (http://www.skansen.se/de). Oder ins Skansen? Ich bin mir da nicht sicher. Auf jeden Fall ein weitläufiges Freilichtmuseum mit integriertem Zoo. Es werden allerlei Gebäude quer durch die Epochen gezeigt. Ein wenig wie Ballenberg in der Schweiz, nur etwas kompakter, und etwas ausgedehnter, was die Jahrhunderte angeht.


Danach besuchten wir das Vasa Museum (http://www.vasamuseet.se/en). Zugegeben, ich hatte keine Ahnung, was genau mich da erwartete. Es stand in den meisten Reiseführer mit den Worten, dass da ein gesunkenes Schiff involviert sei.
Nun, das ist schon richtig, was ich aber erst vor Ort realisierte: Das verfluchte Schiff wird da tatsächlich ausgestellt. Die Vasa steht da, in ihrer vollen Grösse, mitten im Gebäude und zu 98% Original. Ein Schiff das gute 300 Jahre auf dem Grund des Stockholmer Hafens gelegen hat, bis man es schliesslich wiedergefunden und geborgen hat.

Anno dazumal hat das Schiff auch durchaus für Furore gesorgt. Es schaffte auf seiner Jungfernfahrt 1628 gerade mal 1500 Meter, bevor es zur Seite kippte und sank. Das Ding war so bescheiden konstruiert, dass bereits vier gehisste Segel und etwas Wind reichten um es zum kentern zu bringen.
Aber sehen wir es Positiv. Wenn die Konstrukteure damals nicht versagt hätten, könnten wir heute, dieses wunderschöne Schiff nicht bestaunen.


Danach waren wir  ziemlich fertig. Als Bürogummi ist man sich so viel Laufen schlicht nicht mehr gewohnt. Also setzen wir uns ins John Chris Caffee. Diesem Caffee gebührt eine spezielle Erwähnung, weil der süsse Typ an der Kasse toll war. Er hat meine Bestellung falsch verstanden. Statt dass er dann einfach das Glas mit dem Caramel-Sirup weggestellt und meine Vanille-Latte Bestellung fertig gemacht hätte, machte er einfach friedlich, beide Kaffee fertig und gab sie mir beide mit. Und das ganze mit einem umwerfenden Lächeln.

Abendessen gab es dann in einem Irish Pub, in dem man sich so richtig verlaufen konnte. Wirströms, nennt es sich (http://www.wirstromspub.se). Wenn man eintritt kommt man in einen engen, länglichen Raum, der kaum Platz für die Bar und die paar Tische hat, die sich da aneinander reihen. Hat man sich jedoch durch die ganze Länge des Raumes hindurchgezwängt, kommt man an eine Treppe. Unten hat es einen kleinen Kellerraum mit einer zweiten Bar und einer Ecke für Live-Musik… die Lautsprecher nehmen fast die Hälfte des Raumes ein und ich bin froh, hatten wir die Musik nicht live.
Von diesem kleinen Raum aus, führten mindesten zwei weitere Torbögen in weitere Räume mit Tischchen… man fühlte sich fast wie in der Winkelgasse, so verschachtelt war das ganze.
Das essen war köstlich! Und kam in rauen Mengen.  Sehr zu empfehlen!

Montag, 10. März 2014

Stockholm 2014 Tag 1 - Ein ruhiger Tag

Statistisch gesehen, sollte es im März etwa -3 bis 0 Grad kalt sein, in Stockholm. Nach einem wunderbar warmen Sonntag in der Schweiz musste ich darum heute Morgen doch ein wenig jammern… ich mag es warm, ich wollte nicht in die Kälte…
Dann aber checkten wir kurz Google und stellten fest, diesen März haben sie auch in Stockholm gut 9 Grad warm. Problem gelöst.

Wir flogen von Zürich nach Stockholm Arlanda und von da aus mit dem Expresszug weiter nach Stockholm Hauptbahnhof. Ist man mehr als eine Person kommt zwar das Taxi günstiger, aber der Arlanda Express benötigt nur etwa die hälfte der Zeit für diese Strecke. Er huscht querfeldein mit guten 170 Sachen in die Stadt.

Vom Bahnhof war es ein kleiner Marsch bis auf die Insel Gamla Stan, wo unser kleines, aber feines Hotel ‚Lady Hamilton‘ steht (http://www.thecollectorshotels.se/en/lady-hamilton). Ein kleines Schmuckstück. Wunderschönes altes Haus, überall Bilder aus alten Zeiten. Ich kenne mich mit Kunst und Mode zwar nur Bedingt aus, aber ich habe das Gefühl, es deckt mindestens 1840-1900 ab.
Das Personal ist freundlich, die Zimmer klein aber mit erschlagend viel Charm und auch das Bad lässt sich sehen.  Das Hotel kann ich mit gutem Gewissen weiterempfehlen.

Da wir schon mal auf Gamla Stan waren, wollten wir gleich mit einer kleinen Rundtour beginnen. Wir kamen jedoch nur bis zum nächsten Imbiss und von dort aus dann direkt in den SF-Bokhandeln (http://www.sfbok.se)... Ehm ja… soviel zum Thema Ferien-Budget.
Als wir da endlich raus kamen, hatte es zu regnen begonnen und unsere Wanderlust wurde dadurch ziemlich beeinträchtigt.  Wir sassen das schlechte Wetter im Hotel aus und so gegen fünf Uhr, hatte sich das Wetter tatsächlich beruhigt. Wir versuchten unser Glück abseits der Insel, in der ‚modernen‘ Einkaufsmeile. Sie is ok… das wars aber auch schon. Man hat nicht dieses ‚WOAH-FERIENSHOPING!‘ feeling wie zum Beispiel in Camden Town… es sind einfach ganz normale Läden… wie man sie in der Schweiz auch hat.

Das Abendessen genossen wir dann im Ardbeg Stockholm Embassy (http://www.ardbegembassy.se). Ich weiss… da geht man nach Stockholm und steigt in einem Islay-Whisky Restaurant ab… aber sie hatten durchaus schwedisches Essen. Rentier! Lecker! Und was mich am meisten beeindruckt hat. Es gab Rosenkohl dazu… und der war Ebenfalls lecker. Ich kann das Restaurant also nur empfehlen.

Nach sieben Uhr ist auf Gamla Stan dann richtig tote Hose, wenn man nicht grad in einem Pub sitzt. Weder Kneuel noch ich sind wirklich Pub-Sitzer, demnach zog es uns zurück in unser Hotel, zu unseren neuen Errungenschaften. Für mich gab es Dresden Files, für ihn John Ringo… revitalisierte Nazis, die gegen Aliens Kämpfen!