Montag, 18. Februar 2013

Japan 2013 Tag 16 - Noch einmal Kind sein

Ein kleiner Traum ging heute in erfüllung. Wir hatten Karten für das Ghibli Museum.

Sicher, ich bin nicht der grösste Ghibli Fan. Ich habe die letzten paar Filme nicht mal mehr gesehen und auch Klassiker wie Totoro befinden sich nicht in meiner Sammlung. Es ist einfach nicht mehr meine Art von Filmen. Sie sind zu... lieb.

Trotzdem liebe ich Ghibli. Die Art ihrer Charaktere, das Design, die Aufmachung der Filme... das alles hat so viel Charme, dass man es einfach lieben muss. Ghibli macht selbst Erwachsene wieder zu Kindern.

Leider ist Fotografieren IM Museum drinnen verboten. Das habe ich allerdings erst erfahren, als ich das hier geschossen habe:

Das Ganze Museum erinnert an ein Haus aus einem Ghibli Film. Alles ist verwinkelt, verschnörkelt und verziert. Draussen auf dem Dach und im Hof ist es wild und Grün und überall gibt es kleine Dinge zu entdecken. Und wenn man will, kann man sich noch einen 20 Minütigen Film ansehen. Einen Ghibli-Museum-Exklusiv Film.

Wie soll ich sagen: Die schaffen es tatsächlich, selbst eine Wasserspinne und einen Wasserläufer über-knuffig darzustellen.

Fazit: Wenn man sich für ein paar Stunden wieder wie ein Kind fühlen will, dann muss man dem Museum unbedingt einen Besuch abstatten. Und für mich ein durchaus würdiges Ende für diese Ferien.

Sonntag, 17. Februar 2013

Japan 2013 Tag 14 - Zickenkrieg

Theoretisch war heute Nikko auf dem Plan. Raus aus der Stadt. Tempel, Parkanlagen, GRÜNZEUG!!!

Leider stand ich mit der Motivation 'so weit' Zug zu fahren alleine da. Der Rest der Gruppe wollte ausschlafen und shoppen gehen. Als wir am Morgen dann aber aus dem Fenster schauten, war das Wetter so umwerfend schön, dass ich mit Mord und Todschlag drohte, sollten wir an diesem Tag auch nur einen Fuss in ein Shoppingcenter setzen.

Also teilten wir uns in Shopper und Nicht-Shopper auf. Wir Nichtshopper waren zwar zu spät dran für Nikko, aber es gibt auch in Tokyo genug Grünflächen und Sehenswürdigkeiten. Uns zog es in den Ueno Park. Einen kleinen Zoo. In Sachen Tierhaltung leider nicht zu vergleichen mit einem Zürich Zoo...

Trotzdem fand ich die Haltung der Tiere nicht so abschreckend, wie man es von einem Asiatischen Zoo vielleicht erwarten würde und der ganze Zoo an sich war sehr hübsch zurecht gemacht.

Gegen Abend begann es dann doch noch zu Regnen. Ausserdem hatte Benj ein paar Rollenspielläden und einen Shop, der Magic Karten verkauft gefunden. Ich zog also meine Morddrohung zurück und wir gingen vor dem Abendessen noch etwas einkaufen. Schlau wie ich bin, habe ich mir die Adressen natürlich dieses Mal nicht herausgeschrieben... ich kann die Shops nicht mal weiterempfehlen.

Samstag, 16. Februar 2013

Japan 2013 Tag 14 - Gundam

Nein, ich bin kein Fan von Tokyo. Die Stadt ist immer noch genau so laut und nervös wie beim letzten Mal. Trotzdem gibt es einige nette Orte da.
Wenn man zum Beispiel mit dem Boot nach Odaiba fährt, entgeht man dem ganzen Lärm und der Hektik und kann die Aussicht auf die Stadt geniessen. Riesige Häuser, Brücken, Beton... fast ein wenig romantisch.

Auf Odaiba wollten wir die Gundam Ausstellung besuchen. Kurz wurden wir noch von einer Horde Fans abgelenkt, die vor einer Bühne herumzappelten. Auf der Bühne selbst zwappelten ein paar Mädchen in Puppenkostümen rum... ich versteh den Hype um Idols nicht.

Auch wenn ich selber kein Gundam Fan bin, und noch nie eine Episode Gundam gesehen habe, so muss ich doch sagen, das Museum macht laune. Es ist sehr schön aufgemacht, hat äusserst coole Ausstellungs Stücke und ist selbst für einen Nicht-Japaner unterhaltsam.


Freitag, 15. Februar 2013

Japan 2013 Tag 12 - Ein kleiner Traum

Unser Ryokan in Nagoya war ein kleiner Traum. Der Besitzer war einer dieser alten, verhunzelten Menschen, die man einfach auf den ersten Blick lieb haben muss. Einer dieser 'klassischen' fröhlichen Grossväterchen.

Er konnte gebrochenes aber verständliches Englisch. Er hatte eine multimediale Visitenkarte für sein kleines Hotel, die mit QR-Codes auf das Webalbum, den Twitter-Account und den Lageplan des Hotels verweist... und natürlich hat er auch eine Facebook-Seite.


Er brüstete sich mit einer sehr internationalen Klientell (was in Japan äusserst selten ist) und am Empfangsschalter lag ein Ordner mit der Aufschrift 'Restaurants nearby'. Darin hatte er feinsäuberlich die Speisekarten verschiedenster Restaurants abgelegt. Mit einer selbst angefertigten englischen Version. Bei jeden Menu hatte er ausserdem ein oder zwei Gerichte herausgepickt, die er seinen Gästen besonders empfehle.

Die Zimmer waren einfach, aber geräumig. Zumindest wenn man nur mit 5 Nasen darin schlief. Der kleine Innenhof/Garten war hübsch hergerichtet und es gab auch ein kleines Badehaus, sehr schlicht und modern und angenehm. Im kleinen Garten hatte er ausserdem auf der Veranda eine Kamera installiert, mit der man selber Fotos von sich machen konnte, die dann direkt auf das Webalbum hochgeladen wurde.

Es gab ein wunderbar leckeres, klassisch Japanisches Frühstück. Mein erstes dieser Art... ich war begeistert. Ich hätte mir die wampe gleich drei Mal vollschlagen können!

Mit anderen Worten: Solltet ihr mal nach Nagoya gehen: Das ist eure Adresse:

http://kyoya.to/blog/
https://www.facebook.com/kyoyaryokan

 
Leider ging es nach einer Nacht auch schon weiter nach Tokyo. Nein ich bin noch immer kein Fan von Tokyo.
An diesem Abend trafen wir eine Bekannte. Sie fühlt sich in Shiboya so richtig zu Hause und hat uns dann auch gleich in eine trendige Karaoke-Bar geführt. Fazit: Ich mag Shibuya immer noch nicht und ich kann nun mit Überzeugung sagen: Ich hasse Karaoke-Boxen. Sie sind teuer, mein Trommelfell hat nach 5 Minuten weinend in der Ecke gelegen... und da es so laut und düster war, konnte man sich weder sonst unterhalten, noch etwas Lesen. Mit anderen Worten: bäääääääh.

Donnerstag, 14. Februar 2013

Japan 2013 Tag 11 - Nagoya

Nagoya. Hübsche Stadt. Sie gehört nicht zwingend zu den Ortschaften, die einen anspringen, wenn man nach Sehenswürdigkeiten in Japan sucht. Aber ich muss gestehen, ich wäre da gerne noch etwas länger geblieben.

Das Castle war tatsächlich eines der interessantesten, das wir bisher besucht hatten. Sehr gezielt auf Tourismus ausgelegt, auf jedem Stockewerk gibt es eine andere Ausstellung zu einem anderen Thema des Castles. Natürlich wäre das ganze sehr viel interessanter gewesen, wenn es nicht nur auf Japanisch gewesen wäre.

Sicher... es gab einige Englische Beschriftungen. Die sahen aber etwa so aus;
Japanisch: riesen roman zu einem einzigen Schwert!
Englisch: Sword! (Neeeeeh, echt jetzt?!)

G.I. wollte dann noch den Atsuta Tempel besichtigen. Angeblich wird darin ein Teil des Staats-Schatzes aufbewahrt. Ein Schwert... nicht dass der gemeine Besucher es besichtigen dürfte. Der Schrein Selber war ebenfalls nicht zugänglich und der Park, in dem das ganze Angesiedelt war bestand nur aus betonierten Strassen und Bäumen... nicht gerade prickelnd.

Ganz in der Nähe jedoch befand sich der Shirotori Garden. Diesen kann ich nur empfehlen. Selbst im Winter ist es ein hübscher Ort. Kleine Teiche, Flüsschen, Hügel, kleine Felsen und versteckte Wege.

Und dann ist da noch der grosse Teich. Der mit den Koys, die man füttern darf. Ich möchte anmerken: sowas habe ich noch nie gesehen.

Wenn man in diesen Teich auch nur ein Steinchen rein wirft dann beginnt er zu leben. Aus allen Ecken und Enden des Teiches ströhmen die Koys her, durcheinander, übereinander zappelnd, windend, drängelnd... jeder versucht einen Happen zu ergattern. Wenn man dann erst mit dem richtigen Futter aus dem kleinen Kiosk um sich wirft, könnte man meinen man füttere eine Horde Zombie-Koys. (Das Foto ist harmlos... es ist NICHTS im vergleich, was noch kommen sollte!).

Und dann war da noch das Lichter-Festival. Irgendwann ende 2012 habe ich auf einer dieser Meme-Plattformen eine Bilderserie davon gesehen. Nach ein wenig googeln habe ich herausgefunden, dass es in Japan stattfindet und nach etwas weiter googeln, wo und wann genau. Und weil Murphy mich manchmal doch gern hat, fand es genau zu der Zeit in Nagoya statt, in der wir dort waren.

Als es dunkel wurde zogen wir also zusammen mit Woerf und Horus los, die Lichter zu bestaunen. Schon auf dem Weg dahin fiel uns auf, dass Horus und Woerf irgendwie auffielen. Überall nur glückliche, verliebte Pärchen am kuscheln... es dauerte nicht lange, bis wir realisierten, dass ein Lichter-Festival wohl hauptsächlich für Verliebte ist... und dass wir uns ausgerechnet den Valentins-Tag ausgesucht hatten, um da hin zu gehen.

Live ist es nicht ganz so spektakulär, wie auf den Fotos. Es ist viel mehr... ich weiss nicht... so viele Lichter, in so vielen Farben, überall! Es ist wie ein romantischer LSD-Tripp!

Damit man die Augen auch wieder etwas ausruhen konnte, gab es noch die Gewächshäuser. Die waren wunderbar ruhig und dufteten herrlich. Es war schon fast ein kleiner Kulturschock inmitten dieser Romantikbombe.








Mittwoch, 13. Februar 2013

Japan 2013 Tag 10 - Shopping

Ein völlig unspektakulärer Tag. Wir hatten nicht wirklich etwas zu tun. Alles was wir sehen wollten, hatten wir gesehen... bis auf den Yodobashi (und ich war so froh, hatte ich mis bis jetzt davor drücken können).

So zogen wir zuerst los, um ein paar Pakete nach Hause zu schicken. Wenn ihr Pakete versichert nach Hause schicken wollt: geht an eine grössere Poststelle. Die kleinen Poststellen gucken dich nur sehr verwirrt an und schütteln den Kopf. Versicherung? Machen wir nicht!
Dann ging es weiter in den Yodobashi: Mekka der Technik-Fans, Alptraum der Ehefrauen.

Horus war jedoch genau so gelangweilt wie ich und so zogen wir uns auf die Etage zurück, die Massagesessel im Angebot haben. Die kann man alle probesitzen... das ist so richtig geil! Und da blieben wir dann auch, und liessen uns durchkneten, bis unsere Hardcore-Shopper uns schliesslich unter Morddrohungen raus zerrten.

Dienstag, 12. Februar 2013

Japan 2013 Tag 9 - Tempel und Gärten

Es gibt Orte, von denen wird man nie genug bekommen. Kyoto ist für mich einer dieser Orte. Von all den Ortschaften, die wir während unseren zwei Japan Reisen besucht haben, ist mir Kyoto die liebste. Sicher, die Stadt hat auch ihre moderne Seite, aber gleichzeitig, kann man endlos an alten, fast schon lotterigen Gebäuden vorbeigehen und überall findet man kleine Souvenir-Shops oder Teestuben oder Restaurants.

Diese kleinen Ramen-Restaurants sind etwas ganz besonderes. Von aussen sieht man ihnen als Europäer meistens nicht einmal an, dass es ein Restaurant ist... geschweige denn, dass sie überhaupt noch in betrieb sind. Wenn man sich dann aber du

rch die kleine Tür in den genau so kleinen Raum dahinter quetscht und an die Theke sitzt, wird man sehr oft einfach vom Stuhl gehauen. Natürlich nicht Wörtlich, aber in einem dieser winzigen, unscheinbaren Läden in Kyoto, hatte ich die genialste Ramen, die ich je gegessen habe! Leider hatte er keine Visitenkarten und wir hatten auch keine Adresse... mit anderen Worten DEN werden wir nie mehr wiederfinden.

Wir besuchten zuerst wieder den Wassertempel. Der Tempel und auch der Park sind so viel angenehmer und schöner, wenn sie nicht mit Touristen geflutet sind. Und an der Quelle mussten wir auch kaum anstehen um von dem Heiligen Wasser zu trinken.
Der Wassertempel ist nicht nur wegen seiner Bauweise und dem Park einen Besuch wert. Schon der Weg da hin, durch die engen Strässchen, mit den alten Gebäuden ist eine Attraktion für sich.

Danach ging es zum Silbernen Pavillon. Dieser lebt hauptsächlich von einer umfassenden Parkanlage. Der ganze Boden ist mit Moos überwachsen. Überall hat es kleine Teiche und Flüsschen durch den Wald. Der Pavillon selber ist nichts besonderes. Obwohl die Sicherheitsvorkehrungen um das Gelände darauf schliessen lassen, dass es unter anderem eine Residenz des Kaisers ist.

Neben den Gebäuden befindet sich ausserdem ein Japanischer Steingarten, von dem Künstler Sōami entworfen. Ich muss allerdings zugeben. Ich kann mit dieser Art von Kunst sehr wenig anfangen. 

Montag, 11. Februar 2013

Japan 2013 Tag 8 - Dinos und Zeitreisen

Das schöne daran, in einer grossen Gruppe zu verreisen: Man hat viele Leute mit dabei, die unterschiedliche Interessen haben. Und es ist kein Problem, sich aufzuteilen. Und so zogen vier von uns los, die Universal Studios von Osaka zu besuchen.

Es ist ein kleiner Park, aber mit viel Liebe gestaltet. Natürlich haben wir kein Wort verstanden, aber hei... wer braucht schon Sprachkenntnisse bei Achterbahnen.
Natürlich waren wir ein paar Monate zu früh und der Harry Potter bereich erst im Aufbau. Aber hei... dafür durften wir 'Zurück in die Zukunft' und mit Spiderman über die Dächer fliegen (das mach ich NIE MEHR! *urks*) und durch den Jurassic Park fahren. Jurassic Park, Leute! Dinos!!! ÜBERALL!!!!
ehm... ja...

Vielleicht erinnert sich noch jemand an die Figur, die mich seit der letzten Japanreise verfolgt... Diese wunderschöne Resin Statue von Lenneth aus dem PS1/PSP Spiel 'Valkyrie Profile'.
Natürlich wollte Philippe in den Mandarake... und zugegeben... ich auch. Ich meine, wie hoch ist die Chance, dass eine solche Figur nach  zwei Jahren noch da ist? Man könnte meinen, gleich Null.

Aber manchmal, ganz selten, steht Murphy auf meiner Seite. Und dann kommt es vor, dass besagte Figur einfach zwei Jahre auf mich gewartet hat, und noch immer in derselben Vitrine steht und noch immer genau so spottbillig ist wie damals. Und diesmal habe ich sie gekauft.

Wenn wir schon bei kleinen Rückblenden sind. Wer erinnert sich noch an das Restaurant, das keiner auf anhieb finden konnte (Osaka 2011)? Woerf hatte uns mit trauriger Miene erzählt, dass es nicht mehr da sei... als er mit seiner Mutter vor ein paar Monaten da hin wollte, hätte er es nicht mehr gefunden.
Nun, dieser Satz beinhaltet zwei Aussagen: "Es ist nicht mehr da" und "Ich habe es nicht mehr gefunden."
Also holte ich meine Wegbeschreibung hervor und schlug vor, unser Glück trotzdem zu versuchen. Denn, seien wir ehrlich: Die ganze Truppe hatte das Restaurant drei Jahre in Folge nicht auf Anhieb gefunden.

Also sind wir meiner Wegbeschreibung gefolgt. Wir haben auf anhieb die richtige Bahn erwischt, den richtigen Ausgang und siehe da, direkt vis-a-vis des Messer-Ladens lächelte uns das Okonomijaki Yukari an.


Sonntag, 10. Februar 2013

Japan 2013 Tag 7 - Ab in den Süden

Nun hiess es, auf zum Flughafen und weiter nach Osaka. Zugegeben, Sapporo ist hübsch und das Tobu Hotel, in dem wir geschlafen haben, war auch völlig in Ordnung... aber es zehrt schon an den Nerven, zu viert in einem zweier Zimmer zusammengepfercht zu sein und auf unbequemen Notbettern zu schlafen. Anders Ausgedrückt: Ich bin zu Alt für diesen Scheiss.  Dementsprechend war ich auch heil froh, dass G.I. Rheumasalbe mit dabei hatte.

Natürlich konnte am Flughafen kaum einer Englisch und wir hatten unsere liebe mühe mit dem Check-In. Irgendwie schafften wir es dann aber doch in den richtigen Flieger und los ging es, in wärmere Gefielde.


Da das Tokyu Inn bei der Juso Station bereits ausgebucht war, als wir unsere Ferien planten, buchten wir stattdessen das Shin Osaka Station Hotel. Mehr oder weniger direkt an der Shinosaka Station. Ein praktischer Ausgangspunkt.
Leider waren die Doppelbetten in diesem Hotel ausgelegt für Menschen die Maximal 50kg wiegen und 150cm hoch sind... für Horus und Woerf, die sich üblicherweise ein Doppelzimmer Teilen, mussten dem entsprechend  Umdisponieren, da Horus quer in das kleine Bett liegen musste, um halbwegs darin Platz zu haben. Zum glück war die Reception aber herrlich unkompliziert, und wir konnten uns auch beinahe gut mit ihnen verständigen, und so bekamen wir ein zusätzliches Zimmer.

Da der Tag noch jung war, wollten wir das Osaka Castle noch einmal besuchen. Leider hatten wir aber die Japanischen Öffnungszeiten nicht mit einberechnet und Standen um Vier Uhr vor verschlossenen Toren. Der Park an sich, ist jedoch genau so schön und so genoss ich eine Portion Takoyaki und das schöne Wetter. Wir sprangen sogar noch als Retter in der Not ein, als wir durch den Park schlenderten.
Am Kopf einer riesigen Treppe stand ein altes Mütterchen mit einem Wägelchen und schaute ziemlich verzweifelt aus der Wäsche. Die Treppe war mörderisch steil und lang und sie hatte sichtlich keine Ahnung wie sie da nach unten kommen sollte. So boten wir ihr unsere Hilfe an und Woerf schnappte sich kurzerhand das Wägelchen und Tobi den Arm der alten Dame und alle gelangten wir sicher nach unten.
Zur Belohnung zogen wir dann aus in 'unsere' Yakitori Bar, neben dem Tokyu Inn bei Juso... hach, schlemm, schmelz!

Samstag, 9. Februar 2013

Japan 2013 Tag 6 - Das Hatsune Miku Projekt

Ich sollte an diesem Tag lernen, dass man sich niemals auf ein Otaku-Abenteuer einlassen sollte, wenn man der Sprache nicht mächtig ist.

Ich opferte für dieses kleine Abenteuer eine Führung in einer Brauerei... gut ich mag kein Bier, aber es wäre dennoch sicherlich interessanter gewesen.

Ich muss hier vielleicht etwas ausholen. Sapporo bringt für jedes Snow Festival eine Snow Miku heraus. Besagte Miku ist eigentlich nicht mehr als das Icon einer Compuer generierten Sing-Stimme, mit der man auch selber Songs programmieren kann. Sie ist eine Ikone... irgendwie krank, aber die Figur des diesjährigen Snow Festivals war einfach zu niedlich.


Und mit Händen und Füssen fanden wir schliesslich heraus, dass ein kleiner Event in der Stadthalle den Release besagter Figur feiern würde. Also schlossen wir uns der endlosen Schlange von Fans und Nerds an... und... da war keine Figur. Die Nendoroids waren noch nicht im Verkauf.

Man erklärte uns dann, dass man dafür wo anders anstehen muss... und so warteten wir erneut. Nur um herauszufinden, dass man dafür einen Voucher bräuchte, den man im Family Market bekäme. Und DORT wiederum erfuren wir mit noch mehr händen und Füssen, dass es nur das Pre-Release war und man die Figur sowieso übers Internet bestellen müsse.

... Tja, und damit war auch schon der halbe Tag um.

Am Nachmittag stolperte ich über ein Kleidergeschäft, das richtig schicke Anzüge für Frauen verkaufte. Zusammen mit Woerf, um wenigstens ein bisschen kommunizieren zu können nahm ich also eine Verkäuferin in beschlag. Sie war eine kleine, aufgestellte Frau und schien sich von der Herausforderung, eine Ausländerin einzukleiden, nicht abschrecken zu lassen. Natürlich brauchte ich alles XXL, oder, um es in den Worten der Verkäuferin zu sagen: "bigu stretchy spui spuing! Oke?"
Und schlussendlich fanden wir tatsächlich etwas, das mir passte.

Freitag, 8. Februar 2013

Japan 2013 Tag 5 - Schneefestival

Das Snow-Festival in Sapporo ist unglaublich. Es ist faszinierend, was man alles schafft, nur mit ein bisschen Schnee und Eis.

Leider setzte das Wetter dieses Jahr, den Statuen und Bauten ziemlich zu. Es schneite beinahe die ganze Zeit, und gegen Abend setzte wieder ein fieser Wind ein.

Die Skulpturen wirkten zwar noch immer imposant, doch auch ein wenig mitgenommen.

Die Hauptatracktion des Festivals befindet sich nahe dem Bahnhof. An der Odori Site werden die riesigen Schnee Skulpturen gebaut. Ausserdem finden Wettkämpfe in 'Big-Air' wenn ich das richtig verstanden habe. Eine Eisbahn lud zum Schlittschuhlaufen ein und einzelne Länder, die an den Skulpturen Wettkämpfen teilnehmen haben kleine Info Stände. Es gibt überall Essen, Souvenirs und Leute in lustigen Kostümen, die für irgend etwas Werbung machen.

Ein weiterer Teil des Festivals ist die Susukino Site. Eine Strasse, gesäumt von atemberaubenden Eis-Skulpturen. Auch hier merkte man leider bereits, dass das Wetter dem Snow Festival dieses Jahr nicht besonders gut gesinnt war. Während wir noch zwischen den Eisskulpturen hindurchwanderten, setzte ein fieser Schneesturm ein, und wir brachen das Projekt schliesslich ab, da wir durch den Wind kaum noch etwas sehen konnten.

 Es hätte auch noch die Tsudome Site gegeben  Diese jedoch befindet sich etwas ausserhalb und wir verzichteten auf einen Besuch. Der Werbung nach schien es sich auch mehr um eine Familien-Attraktion zu handeln.

Donnerstag, 7. Februar 2013

Japan 2013 Tag 4 - Schnee mit Sturm

Von Noboribetsu ging es mit dem Zug weiter bis Sapporo. Viel von der Landschaft gesehen haben wir nicht. Der Zug war so überfüllt, dass wir in einem Gang zwischen zwei Wagons eingeklemmt waren und keine Fenster in der Nähe hatten.

Ich behaupte jedoch einfach mal, wir hätten eh nicht viel gesehen. Als wir in den Zug einstiegen hatte es uns beinahe die Koffer aus der Hand gewindet und es hatte begonnen, zu schneien. Der Wind hatte auch nicht nachgelassen, als wir in Sapporo dann zum Hotel stapften... durch gut 20cm Neuschnee. Und das Wetter machte auch keine Anstalten, sich zu bessern.

Wir stellten uns also ein Indoor-Programm zusammen und beschlossen, etwas Untergrundshopping zu betreiben, den JR-Tower zu besuchen und dann ein anständiges Lokal für ein Leckeres Nachtessen zu finden.  Gut, Shopping in Japan ist so eine Sache. Meine Wenigkeit, eine Europäische 38/40 oder M, muss dort in XXL einkaufen. Aber gucken, kann man ja trotzdem.

Die Aussicht vom JR-Tower war - wie soll ich sagen - wechselhaft. Ja ich denke das ist ein gutes Wort dafür. Als wir oben angekommen waren, sahen wir einfach nur Nebel, plötzlich begann sich dieser zu lichten und wir sahen meilenweit über die Stadt hinweg während wir zusehen konnte, wie die nächste Nebelbank über die Stadt wegrollte und uns wieder einhüllte.

Das Bahnhofsgebäude an sich bot genug unterhaltung und Restaurants, so dass wir den ganzen Nachmittag in lauschiger Wärme verbringen konnten. Das kam mir sehr gelegen.



Mittwoch, 6. Februar 2013

Japan 2013 Tag 3 - Unter Fischen

Noboribetsu ist nicht nur ein Kurgebiet. Die Ortschaft ist aufgeteilt in die Hotels nahe des Jigokudani mit den heissen Schwefelquellen, und dem eigentlichen Dorf mit ein paar wenigen Attraktionen.

Wir entschieden uns für das Marine Center. Ein sehr westlicher bau. Er erinnert mich irgendwie an ein kleines, holländisches Schloss. Und um den grossen Hauptplatz herum sind kleine, bunte Häuser aufgereiht. Es vermittelte irgendwie den eindruck eines Skandinavischen Dörfchens im Europapark.

Natürlich waren sämtliche Shows und Infoveranstaltungen nur auf Japanisch. Aber ich brauche kein Japanisch um Seehunde, Robben und Pinguine niedlich zu finden. So verbrachten wir den Nachmittag mit ganz vielen jöööh's und ooooh's.

Da es Winter war, erlebten wir sogar noch den Pinguin Marsch. Und da wir früh genug da standen, schafften wir es sogar noch an die Front, während sich hinter uns die Touristentraube zusammenrottete und verdichtete.

Dieser kleine Ausflug hatte uns dann auch schon einen ganzen Tag gekostet, zumal wir den frühen Abend natürich mit Baden und Wellnessen verbringen wollten. Wir gönnten uns sogar eine Massage. Hier muss ich allerdings gestehen, die Westliche Art gefällt mir da besser. Bei den Japanern hatte man das gefühl, sie fürchten sich davor, dich anzufassen. Bademantel, Tuch drüber... nur ja keinen Hautkontakt.


Dienstag, 5. Februar 2013

Japan 2013 Tag 2 - noch mehr Schnee.

Nach zwei Übernachtungen in Niseko ging es auch schon wieder weiter nach Noboribetsu. Ein Kurort mit Schwefelquellen, Bädern, niedlichen kleinen Souvenirshops und dem Jigokudani! Das Höllental. Ein wunderbarer Ort um zu spazieren. Überall dampft und raucht es aus dem Boden und es stinkt höllisch nach faulen Eiern. Aber die Landschaft ist einfach umwerfend. Etwas völlig neues.

Anders als in Bepu, ist hier die Natur unberührt. Die Schwefelseen sind nicht hübsch für Touristen drapiert. Lediglich kleine Stege und Wanderwege führen durch das Tal und über die Seen. Da es Winter war, und man im Winter nicht mit verrückten Touristen rechnet, waren die Wege durch das Tal auch kaum gepfadet. So kam es durchaus vor, dass wir durch kniehohen Schnee stapften. Sollte sich also jemand dafür interessieren, Noboribetsu im Winter zu besuchen: Bringt wasserdichte Winterschuhe mit!

Die Zimmer bezogen wir im Dai-ichi Takimotokan Hotel. Wundervoller Spa-Bereich. Ein wahrer genuss. Verschiedene Becken. Eisenhaltig, Schwefelhaltig, heiss, warm, drinnen, draussen... Man konnte sich wunderbar die Zeit vertreiben. Das Essen war jedoch eher mässig. Laut meinen Mitreisenden ist - vom Bäderbereich abgesehen - das Noboribetsu Grand Hotel mehr zu empfehlen. Etwas teurer, dafür aber auch anständiges Essen. Im Dai-Ichi kam ich mir vor wie in einer umgebauten Turnhalle und das Zeugs vom Buffet war meist irgendwie lauwarm.

Aber zurück zu den Bädern. Langsam finde ich mich darin recht gut zurecht. Nur ab und zu habe ich so momente, in denen würde ich gerne ein paar brocken Japanisch verstehen. Zum beispiel war ich dabei, mir den Yukata über zu ziehen, da kommt eine kleine, aufgeregte Dame vom Personal angetrippelt und redete und redete und begann energisch meinen Rücken trocken zu rubbeln. Und dabei nickte und grinste sie ständig. Ich muss zugeben, ab und zu ist das Mass an Hilfsbereitschaft und Dienstleistung und Etikette fast etwas verstörend.


Montag, 4. Februar 2013

Japan 2013 Tag 1 - Schnee!

Japan hat mich wieder.

Drei Flüge eine Busfahrt und gut 24 Stunden hat es gedauert, bis wir endlich in unserem ersten Hotel angekommen sind.

Stationiert sind wir im Green Leaves in Niseko Village. Ein erschlagend westliches Ski-Paradies an einem Vulkan auf  Hokkaido. Man trifft hier auf Chinesen, Australier, Amerikaner und Europäer... aber bis auf das Hotel-Personal eigentlich kaum Japaner.

Oh, und am Flughafen haben wir am Fernsehen gesehen, dass wür das grosse Hokkaido-Beben mit Stärke 6.9 vom 2. Februar nur um ein paar Stunden (und vermutlich auch ein paar breitengrade) verpasst haben. Trotzdem warnte man uns vor einem möglichen Nachbeben.

Da sind wir also. Irgendwo in den Japanischen Bergen, zum Ski-Fahren. Als Schweizer fühlt sich das irgendwie falsch an. Vor allem kam sehr lange kein richtiges Japan-Feeling auf. Normalerweise sieht man pro Japan-Aufenthalt vielleicht so zwei, bis drei andere westliche Gruppen, aber hier...

Wir mussten auch feststellen, dass Wandern, hier im Winter nicht wirklich angesagt war. Zu Fuss kamen wir nirgends wirklich weit. Alles nur Pisten, keine Fusswege. Wir schafften es gerade mal bis zu einer nahen Hütte bei der Bergstation. Aber das Wetter war mir schlicht zu windig und zu neblig um Geld für Ski-Ausrüstung auszugeben.


Da in Niseko selber herzlich wenig los ist, für Leute die aufs Skifahren verzichten, zogen wir unsportlichen dann aus, um das nahe Dorf Kutchan Town zu besuchen. Ein Feriendorf für Wintersportler, wie man es auch hier in der Schweiz überall in den Bergen findet... und das Leben geht da erst so gegen vier Uhr nachmittags los. Apres-Ski lässt grüssen.


Sollte es einen von euch mal nach Niseko verschlagen. Glaubt der Werbung der 'Crap Shack' nicht. Das Essen ist mässig und man fühlt sich wie in einer Mensa. Da war mir das Buffet im Hotel selber um einiges lieber!