Samstag, 12. Juni 2010

Irland 2010 Tag 9 - Dublin Shoppen mit Zombies


Das Boot sollte laut angaben zwischen acht und neun Uhr abgegeben werden. Allerspätestens Neun! So stand es im Handbuch und so wurde es uns gesagt. Die restlichen, unangetasteten Lebensmittel vermachten wir den Engländern auf dem Boot neben uns. Die Frau mit den Riesenbrüsten war überglücklich,dass wir ihnen Wasser, Milch, Kaffee und Zucker vermachten und so mussten wir nicht einmal gross etwas wegwerfen. Meine Sammlung an Cadburry Schokolade-Produkten liess ich aber nicht zurück. Dann trabten wir zur Bootsvermietung zurück um das Boot, vorschriftsgemäss 'vor Neun Uhr' abzugeben.

Aber da war niemand, Totenstille und Düsternis herrschte in der Rezeption. Irgendwann gegen halb Neun kam ein Rudel Putzfrauen vorbei. Diese erklärten uns höflich, dass die Rezeption erst um Neun Uhr öffne. Und da in Irland die Läden am Samstag alle erst um Neun Uhr auftun (auch die Bäcker) bekamen wir schliesslich von einem kleinen Was-Weiss-Ich-Alles-Store frittiertes Poulet und etwas Brot, sowie Cola...
und irgendwann konnten wir das Boot dann endlich abgeben und zum Bahnhof zotteln. Auf nach Dublin, hiess es jetzt.

Wir kehrten in Dublin dann im Hotel Clarion ein. Übelst schicke Lobby... total edle Aufzüge und Gänge, mega Angebot für die
Gäste... sogar ein Spa! Und die Zimmer... nach den kleinen Zimmer des Kensington Rooms und unserer winzigen Kajüte auf dem Boot war das einfach erschlagend.

Während wir durch Dublin streiften, suchten wir für mich einen Shop der Magic-Karten verkauft. Wir fanden keinen, dafür aber einen Sexshop, eine Bar in einer alten Kirche sowie einen hübschen Games Workshop Laden. Horus kaufte sich dort noch etwas für seine Zwergenarmee und drückte dem Verkäufer dafür eine Zweihunder Euro Note in die Hand. Der Verkäufer starrte die Note an, starrte uns an, starrte die Note an und meinte dann: „OMG! This is the first time I see one of these for real!“ er war so hin und weg, dass er sie all seinen Kollegen zeigen musste und jeder wollte sie anfassen um sicher zu gehen, dass sie auch echt war. Merke: Wenn du in Irland unterwegs bist, sorg besser für Kleingeld.

Schliesslich fanden wir jedoch doch noch ein Mekka für Geeks: Einen Forbidden Planets.  Auf dem Weg da hin, stieg das Kontingent an seltsamen Leuten drastisch. Dies könnte damit zusammen gehangen haben, dass besagte Leute gerade auf dem Heimweg von einem Zombie-Walk waren. Und als anständiger Zombie, geht man schliesslich nicht direkt nach Hause. Man geht noch kurz Shoppen und amüsiert Touristen wie mich.

Freitag, 11. Juni 2010

Irland 2010 Tag 8 - Over the Dinky

Wir erreichten Carrick bereits vor Mittag und entschlossen, noch einen Abstecher, den Fluss hoch bis nach Leitrim zu unternehmen.  Die Dame beim Bootsverlei sagte uns, es sei eine äusserst schöne Strecke. Theoretisch wäre es das wohl, aber der Wasserstand war wegen permanenter Trockenheit so tief, dass wir mit dem grossen Boot kaum durch den Kanal kamen. In einem hatte die Dame jedoch recht. Wundervolle Landschaft! Weniger Weideland, dafür mehr Bäume. Eine Willkommene Abwechslung.

Und wir sahen ein Wiesel vor uns durchs Wasser wieseln. Es rauschte vor uns durch den Kanal, viel zu schnell um noch Fotographiert zu werden.  Als wir in Leitrim dann von Bord gingen, standen wir auf einem kleinen Steg, der mitten im Wasser stand... kein Weg aufs Land. Ein alter, verhunzelter Herr winkte aus de m Boot winkte uns zu und meinte „Over the Dinky!“

Tatsächlich stand dort, zwischen Steg und Land ein kleines Ruderboot. Also schaukelten wir über das kleine Ding drüber ans Land und dort zwängten wir uns durch eine Abschrankung die von der anderen Seite dick mit einem dieser 'You shall not pass!' Schildchen behangen war. Leitrim war... nett, aber nicht sonderlich spektakulär.

Damit wir das Boot auch anständig abgeben konnten, machten wir uns in Carrick dann daran ein wenig zu packen und zu putzen. So machten wir Bekanntschaft mit Bob und ihrem Nachwuchs. Bob war eine richtig fette, eklige Spinne, die laut Phipps bereits seit anfangs Woche mit uns mitgereist war, was bei mir dann einen mittleren Anfall von 'OH MEIN GOTT!' auslöste.

Viel mehr faszinierte uns jedoch die Mannschaft des gegenüberliegenden Bootes. Die Dame am Steuer hatte dermassen grosse Dinger, dass man gespannt darauf wartete, ob ihr Sommerkleidchen das nächste Einatmen überstehen, oder reissen würde. Da der Wind auffrischte und sie sich eine Jacke holte, haben wir es nie erfahren.

So kamen wir also zu einem angemessenen Schluss unserer Flussreise. Horus war darüber wohl nicht ganz unglücklich, wir haben etwa beim zehnten Rums aufgehört zu zählen, wie oft er sich den Kopf an den niedrigen Türen gestossen hat

Donnerstag, 10. Juni 2010

Irland 2010 Tag 7 - Geschichtsstunde


Clonmacnoise ist eine wirklich schöne Ansammlung Ruinen, Kirchen und alten Gräbern. Einer der Orte, die mich nostalgisch stimmen. Wir gehörten zu den ersten Besuchern und konnten die Klosteransammlung in Ruhe geniessen.
Dann fuhren Buse und Rundfahrtschiffe vor, die mehrere Duzend Rentner ausspuckten, die sich schnatternd wie Hühner über die Denkmäler ergossen. Es ist erstaunlich wie respektlos alte Leute sind. Oder zumindest, diese Rentner im Spezifischen. Die latschten über die Gräber hinweg, als befänden Sie sich bei einer Grillparty im Garten von Freunden.

Clonmacnoise ist ein sehr geschichtsträchtiger Ort, wie wir feststellen mussten. Alt und Standhaft. Es wurde alleine in einem einzigen Jahrhundert an die fünfzig Mal niedergebrannt und geplündert, und von den Mönchen wieder und wieder aufgebaut. Erst die Engländer haben sie endgültig in die Knie gezwungen. Heute sind nur noch die Mauern übrig. Nur eine der Kirchen wurde restauriert und wieder aufgebaut, so dass man wieder Gottesdienste darin abhalten kann. Von den älteren Gebäuden und Kirchen sind nur noch ein paar Mauern übrig.

Gegründet wurde das erste Kloster 548 n. Chr. von St. Ciarán gegründet. Die Lage des Klosters war optimal, Strassen in alle Richtungen kreuzten sich hier. Vom 10. bis 17. Jh. wurde das Kloster ausgebaut und weitere Kapellen und Kirchen wurden errichtet. Seinen Höhepunkt erreichte Clonmacnoise im 12. Jh. Danach fiel es mehreren Raubzügen zum Opfer. Die Wikinger, die Normannen und schliesslich die Engländer. Die Englender schafften es schliesslich, das Kloster endgültig zu zerstören. Seit 1877 ist der Ort ein National Monument.
 
Es war Zeit für uns, den Shannon wieder hochzufahren. Wir schafften es bis Rookie. Ein mal mehr ein kleines, verschlafenes Dorf. Langsam bekam ich das Gefühl, dass Irland nur aus solchen niedlichen Dörfern besteht.

Mittwoch, 9. Juni 2010

Irland 2010 Tag 6 - Zivilisation

Heute durchquerten wir nach einem reichhaltigen, hausgemachten Frühstück mit Eier, Speck und Bohnen den Lough Ree. Über das riesige Lough wehte eine heftige Briese. Die flachen Ufer zogen sich weit zurück und wir hatten eine atemberaubende Aussicht. Das Land ist wirklich... grün. Endlos, überall Ebenen voller Schilf und Bäume und Wiesen. Ab und zu weht einem ein leicht modriger Geruch entgegen. Es riecht nach nasser Erde und naja... ein wenig so, wie wenn man in einen alten Keller hinabsteigt. Und manchmal, wenn man von Weiden eingerahmt ist, hat man das Gefühl, in einem Floristengeschäft zu stehen.


Um uns die Überfahrt über den Lough zu versüssen unterhielt uns Phipps in dem er aus seinem frisch gekauften Chuck-Norris-Büchlein rezitierte. Wir wissen nun ALLES über Chuck Norris... und über Mister T. Wobei ich entgegen allen Sprüchen aus diesem Buch noch keine Bekanntsschaft mit Chuck Norris' Penis oder seinem Bart gemacht habe. Und das obwohl ich eine Frau bin.

Am Mittag legten wir in Athlon an. Unser erster wirklicher Eindruck von Zivilisation seit Montag Morgen. Die Zivilisation ist dort so weit fortgeschritten, dass sie in Athlon nicht nur ein Schoppingcenter haben, sondern auch ausdrücklich davor warnen, Wertgegenstände sichtbar auf oder in dem Boot liegen zu lassen.

Ein kleines Castle steht da nahe dem Hafen, mitten in der Stadt. Der Grossteil des Castles war jedoch verlassen und total verkommen. Ein kleiner Wintergarten zeugte davon, dass hier vielleicht einmal eine Touristen-Atraktion geplant war. Doch der Glasbau war verlassen, und der Efeu hatte die Herrschaft übernommen. Er wucherte aus allen ritzen, in alle Ecken und über den Boden. Vom Castle war auch nur der Hof und ein Teil der Mauer begehbar. Recht enttäuschend, würde ich sagen.

Da der Hafen hier beaufsichtigt war, und das Anlegen über Nacht einen beachtlichen Batzen Geld kostete, fuhren wir am frühen Nachmittag weiter. Der Reiseführer stimmte uns diesbezüglich zu. Athlon wurde als recht unsicheres Pflaster bezeichnet. Der nächste Hafen war Clonmacnoise. Auf der Karte sah es nach einer verhältnismässig grossen Anlegestelle aus. Ein Castle und eine Kirche waren daneben eingezeichnet. Nach der Enttäuschung von Athlon dachten wir uns dabei nicht viel.
Dann schlug auch noch das wetter um. Es war kalt, es regnete,  die Aussicht war trostlos.

Doch  dann, dann fuhren wir auf Clonmacniose zu. Es war, wie in diesen Filmen, in denen nach einer totalen Katastrophe wieder alles gut wird. Es war keine Stadt, nicht mal ein Dorf. Nur diese Ruinen. Eine wunderbare Kulisse, für mich persönlch das Highlight der Reise. Verborgen hinter den Ruinen sahen wir weitere Gebäude. Tja, wie wir später herausfanden ist Clonmacnoise nicht 'irgend ein' Kloster, sondern eine sehr begehrte und viel besuchte Touristenatraktion.

Dienstag, 8. Juni 2010

Irland 2010 Tag 5 - Wegweisung für Dummies

Drumod ist eines dieser verschlafenen Städtchen voller schicker Villen und einem winzig kleinen Laden für jene Leute, die nicht drei Autos haben um in der nächsten Stadt einkaufen zu gehen. Aber ehrlich gesagt habe ich hier in Irland auch beim Anflug nichts gesehen, was den Namen Stadt wirklich verdient hätte. Nur Grünes Land und kleine Häuseransammlungen.

Nach anfänglichem strahlenden Sonnenschein begrüsste uns der zweite Tagmit Wind und Wolken. Viel Wind. Wir liessen uns davon aber nicht unterkriegen sondern kuschelten uns in wärmere Kleidung und setzten uns wieder in Bewegung.

Erstaunlich fand ich ja die Massen an Deutschen Touristen. Einerseits erleichter einem das ja die Konversation, andererseits sind Deutsche selbst im Urlaub total gestresst. So kam es durchaus vor, dass wir von hinten blöde angemacht wurden, wenn wir etwas langsamer fuhren, um die Landschaft zu geniessen.  Gut, die eine Gruppe war sowieso komisch. Nachdem sie uns laut fluchend überholt hatten, verliess Papa-Deutschland das Steuer und ging unter Deck. Mama-Deutschland las vorne auf dem Bug ein Buch und Sohn-Deutschland werkelte in der Küche... ehm... ich glaube hier wurde gerade der gesunde Menschenverstand begraben.

Da unser Captain eine Migräne erlitt, übernahm ich das Steuer. So ein Boot, ist erstaunlich einfach zu manövrieren, und ich legte ohne grössere Probleme an unserer nächsten Station an, damit wir etwas zu Mittag essen konnten. Allerdings erst, nachdem uns der Schleusenheini an einer Hebebrücke zwanzig Minuten hatte warten lassen und als er die Brücke dann endlich hoch liess, auch noch drei Euro dafür verlangt hatte.

Wir kehrten in Termonbarry ein. Man hatte uns beim Bootsverleih das Keenans empfohlen. Das Lokal ist wirklich nicht zu verachten. Vernünftige Preise, vorzügliches Essen, und riesige Portionen.
Am Abend legten wir in Lanesborough an. Eine grössere Siedlung mit einem kleinen Supermarkt. Zumindest stand das in dem Reiseführer der Bootsvermietung. Wo dieser Supermarkt jedoch genau war, wusste niemand. Ein weiteres Mysterium waren die 'SafeCards' diese wurden benötigt um in die Duschen der Anlegestellen zu kommen. Allerdings konnte uns weder die Broschüre der Bootsverleihung noch sonst jemand sagen, wo man so eine SafeCard herbekommt.

Eine nette alte Dame in einem kleinen Shop half uns schliesslich weiter: „Wenn sie dort über die Brücke gehen und dann rechts halten, kommen sie an den Supermarkt ran, der welche Verkauft.“
Dort war jedoch nur eine Tankstelle, und die führte keine SafeCards. Der Inhaber deutete dann aber zurück zur Brücke. "wenn sie dort über die Brücke gehen und dann rechts halten, dort ist ein Supermarkt. Der verkauft welche." Irgendwie kam mir das bekannt vor. Rechts um, zurück über die Brücke, am kleinen Laden der netten alten Dame vorbei und dann rechts... und dort, endlich: Der Supermarkt. Das Abend Essen war gesichert.

Montag, 7. Juni 2010

Irland 2010 Tag 4 - Auf nach Irland

Ich dachte ja eigentlich, es wäre schlau, diesmal NICHT die Stiefel anzuziehen. Also bekleidete ich mich artig mit Hose, Pullover und Turnschuhen. Gut, die Hose war voller metallener Reissverschlüsse... und er Pulli voller Nieten... aber hei, wir hatten ja Zeit...

Nun ist es aber so, dass Briten nicht nur paranoid sind, nein sie scheinen tatsächlich selbst in einer Hose eine Massenvernichtungswaffe zu sehen. Meine Hose war für sie, die Achse des Bösen. Zuerst steckten sie mich in einen Ganzkörper-Scanner, danach musste ich in ein Kämmerchen und die Hose sogar ausziehen. Ich muss wohl nicht erwähnen, dass sich meine Reisekumpanen dabei einen weg lachten.

Natürlich fiel bei dem ganzen Drama wieder keinem auf, dass ich eine lange, spitze Nadel in den Haaren hatte... das ist mitlerweile ein Sport von mir! Niemals fliegen ohne Haarnadeln.

Man Merke: Ferien in Irland 2000 Franken, Hose mit Reisverschlüssen 100 Franken, sich einmal wie ein Terrorist fühlen: Unbezahlbar.


In Dublin bekam Horus sein heiss ersehntes, englisches Frühstück und dann ging es weiter nach Carrick on Shannon. Ein lauschiges Touristenkaff am Shannon. Theoretisch hatten wir ja unsere Badesachen mit dabei, doch das Wasser des Shannon sah uns dann doch etwas zu undefinierbar aus, leider. Das Wetter war blendend und es war warm, sehr warm. Und Grossen und Ganzen betrachtet, war der Fluss einfach nur atemberaubend schön.


Irland hat einfach eine wunderbare Landschaft. All dieses Grün leuchtete in der Sonne buchstäblich. Und als wir Carrick erst mal hinter uns gelassen hatten, war da nichts mehr ausser Wasser, Wiesen, Kühe und hie und da ein verlorenes, heruntergekommenes Steinhäuschen.
Gegen neun Uhr Abends erreichten wir ein Fleckchen verschlafener Zivilisation und ergatterten den letzten Platz in Dromod Harbour, wo wir kurze Zeit später beinahe von einer Horde Asiaten gerammt wurden. Zum Glück jedoch rummsten sie dann doch gegen ein anderes Schiff und suchten schliesslich an der Pumpstation Zuflucht. Nicht erlaubt, aber effektiv.

Sonntag, 6. Juni 2010

Irland 2010 Tag 2 und 3 - Zwischenhalt in London

Wenn ich jetzt irgendwo nach Japan oder so geflogen wäre, könnte ich von einem Jetlag sprechen. So begnüge ich mich mit der Ausrede Senile Bettflucht... wie auch immer, ich war um halb sechs bereits hellwach und hielt es um halb Sieben im Bett nicht mehr aus. Ich floh also erst mal unter die Dusche, wo ich feststellen musste, dass die Engländer nicht 'heisses' Wasser in ihren Leitungen haben sondern kochendes.

Ausserdem haben die hier keine Türklinken, die haben diese Schraubgriffe. Eine äusserst interessante Vorrichtung, die eine Frau mit eingecremten Händen durchaus zehn oder fünfzehn Minuten beschäftigen kann.
 Nach einigem Üben schaffte ich es dann aber doch noch, aus dem kleinen Vorraum wieder hinein in das eigentliche Zimmer und konnte mich endlich meinem ersten Eintrag in mein kleines Reisetagebuch widmen.

Danach hiess es: Was jetzt? Wir waren zwar in London, aber eigentlich hatten wir keine Ahnung, wo man hier am einfachsten sein Geld los wird. Phipps' Geschwister haben uns erzählt, dass Camden Town ganz nett wäre.

Camden Town, der Himmel auf Erden! Tausende winzige Läden, Zusammengedrängt in alten Stallungen. Jeder Stand hatte seine eigene Musik voll aufgedreht, die Inder wollten uns in ihre Läden zerren, die Chinesen bewarfen uns beinahe mit Essen, so eifrig boten sie Ihre Waren an. Nicht zu vergessen die Christen. Auch hier sind wir vor denen nicht sicher. Die wollen, dass wir uns von Jesus erretten lassen. Und auch hier glauben sie mir nicht, dass es dafür zu spät ist.... 

Alles in allem ist Camden ein wunderbar schrilles Viertel, in dem sich jeder Wohlfühlt, der irgend einer Randgruppierung angehört. Gothic, Rave, Cyber... alles.

So gegen Sieben stellten wir uns die Frage: Nom nom nom? Mitlerweile standen wir an der Oxford-Street und ein kleines Schild verwies uns auf "Yo's!" Sushi Restaurant. Hach was haben wir gefressen. Am selben Abend wurden wir noch Zeugen einer Protestfahrt von ca. 1000 Bikern. Sie protestierten gegen gegen Parkgebühren für Motorräder...

Vor der Underground Station wurden wir auf dem Rückweg dann von perfekt koordiniertem Lärm aufgehalten. Afrikaner kübelten auf Kübeln rum und unterhielten mit Breakdance und Kunststücken. Dass nennt man dann wohl Trash-Music. Beeindruckend daran waren aber eigentlich die Zuschauer. Wenn auch alles Afrikaner, so standen sie doch innert Sekunden neben dem Tänzer, als dieser ihnen zuwinkte und tanzten spontan mit. Wenn ich da so an die Schweizer denke... die wären lediglich rot geworden und verschwunden...

Oh und ehe ich es vergesse: „Mind the gap!“
Am zweiten Tag jagten wir ein paar Touristen-Attraktionen. Zum einen, den London Dungeon. Ein bisschen Grusel und ein bisschen Historische Informationen zu den 'düsteren' Kapiteln der Londoner Geschichte. Auch das Wachsmuseum stand auf dem Plan. Zusammen mit dutzenden anderen Touristen quälten wir uns von Figur zu Figur um für ein paar Fotos zu posieren. Die Beleuchtung war recht mies, aber es hat rotzdem spass gemacht. Ich denke das ist so eines der Dinge, die man einfach mal gesehen haben muss.






Freitag, 4. Juni 2010

Irland 2010 Tag 1 - Ich lerne Fliegen

Am Freitag war es richtig gemütlich. Wir standen auf und stürzten uns in strömenden, Schweizer Regen. Es war kalt, nass, eklig. Die letzten Besorgungen wurden gemacht und die Koffer aufgegeben.

Tatsächlich lief eigentlich nichts schief, bis wir uns dazu entschlossen in meinem lieblings Steakhouse einzukehren. Als wir dort ankamen mussten wir feststellen, dass das Lokal klammheimlich einem indischen Restaurant Platz gemacht hatte. Nichts gegen Indisch, aber dieses pürrierte Zeugs kommt nicht an ein ordentliches Stück Fleisch heran.

Als Neu-Flieger hatte ich am Flughafen dann so meine Probleme. Woher hätte ich auch wissen sollen, dass die Kontrolle am Flughafen von streng auf paranoid gewechselt hatte? Und wieso hat mir noch nie jemand gesagt, dass man in hautengen, kniehohen Stiefeln Waffen verstecken könnte? Auf jeden Fall liessen meine Kleider den Metalldetektor Purzelbäume schlagen und ich wurde von oben bis unten so gründlich abgetastet, dass ich mich ernsthaft verdächtig fühlte. Und ich habe gelernt, mit Gothic-Klamoten reist man nicht... ausser man ist geduldig.

Faszinierend an dem Ganzen fand ich ja, dass sie zwar sämtliche Reissverschlüsse, Metallösen, Nieten etc, an meinen Kleidern skeptisch beäugten, jedoch keinen Ton zu meiner fünfzehn Zentimeter langen Haarnadel sagten. Vielleicht ist ein dünnes, spitz zulaufendes Stück Holz ja nicht als Waffe deklariert? Sieht halt auch weniger gefährlich aus, als ein Nagelklippser...

Schlussendlich waren wir aber durch die Sicherheit durch. Und standen für unseren Flieger an. Ich habe das Gefühl, die Leute haben jeweils Angst, ihren Flieger zu verpassen. Die stehen da an und drängen sich in das Flugzeug rein, als ginge es um ihr Leben!
Kurz darauf wussten wir dann auch, wieso! Handgepäck ist nämlich so eine Sache. Als der Japaner vor mir nämlich sein Zeugs verstaut hatte (Laptoptasche, Rucksack, Reisekoffer) hatte ich keinen Platz mehr für meinen niedlichen, kleinen Rucksack. Und scheinbar waren wir überhaupt die einzigen, die nicht kofferweise "Handgepäck" mit sich schleppten.


Der Flug war ruhig und die Aussicht berauschend. Es sah aus als würden wir über einen fluffigen, riesigen, endlosen Wattebausch fliegen. Und in London tauchten wir ab in stilistischen Nebel und Regen. Mit etwas mühe fanden wir dann sogar die richtige Bahn (die aber nicht fuhr) und das richtige Hotel.

 Wir kehrten im Kensington Rooms ein. Das Hotel erinnerte mich irgendwie an den Fuchsbau der Weasleys. Überall hatte es Ecken und Kanten und kleine Treppen zu winzigen Zimmern und Hundert verschiedene Gänge. Ein Wunder dass sich darin noch niemand Verirrt hat und verhungert ist.
Die Zimmer waren winzig, die Böden knarren und die Fenster so dünn, dass man sich fragt, wie die Leute im Winter ihre Zimmer warm halten können.
Dafür hatten sie eine Zimmerservice-Liste die länger ist als manche Speisekarte in einem fünf Sterne Restaurant und auch das 24h-Personal war total lieb... und ein bisschen senil.