Dienstag, 26. April 2016

Dublin 2016 - Touristenbombe

Dublin - Irland 23.04.2016 - 26.04.2016

Einige erinnern sich vielleicht an die Veganer-Kriege um das White Moose Café und die Hasstiraden der Brasilianer gegen das Charleville Lodge Hotel.

Nun, ich fand die Art wie der gute Paul Social Media eingesetzt hatte, um 'Werbung' für sein Hotel und Café zu machen schwerst unterhaltsam und da ich sowieso nochmals nach Dublin wollte, war es naheliegend, sich im Charlewille einzuquartieren.

Entgegen den vielen Brasilianischen Bewertungen auf Tripadvisor fanden wir keinen Schimmel, keine toten Ratten, keine gebrauchten Kondome und keine fleckige Bettwäsche in unseren Zimmern. Es war alles hübsch und sauber, das Personal war freundlich und das Frühstück im White Moose war der Hammer!

Das Hotel liegt nicht ganz so zentral, aber in fünfzehn bis zwanzig Minuten hat man zu Fuss das Stadtzentrum erreicht. Unser erstes Mittagessen genossen wir im Gallaghers Boxty House. Einfach, freundlich und lecker. Perfekt für einen schnellen Imbiss am Mittag.

Aber bevor wir unser Abendprogramm in Angriff nehmen konnten, gab es noch Zeit tot zu schlagen. Es gibt in Irland verschiedene Touristen-Rundfahrten. Eigentlich nichts, womit man mich gross begeistern kann. Ich fühle mich da immer so... abgefertigt.
Doch in Dublin gibt es die Viking Splash Tour Die Fahrer und auch der Ticketverkäufer waren uns von Anfang an Sympatisch. Völlig durchgeknallte, liebenswerte Leute, mit dermassen breitem Akzent, dass ich nur bei ganz GANZ genauem hinhören die hälfte Verstand. Aber es war definitiv unterhaltsam. Ausserdem kann ich jetzt auch da 'In einem Amphibien-Fahrzeug aus dem zweiten Weltkrieg fahren' von meiner To-Do Liste streichen.

Für unseren ersten Abend hatten wir Plätze im Food Folklore and Fairytales reserviert. Wer sich für Geschichte und Märchen und dergleichen interessiert, der ist dort richtig. Es ist eine äusserst stilvolle und gemütliche Attracktion. Und da die Leute an grossen Tischen zusammengesetzt werden, lernt man auch schnell nette Leute kennen.

Der nächste Tag stand im Namen des Alkohols. Wir besuchten das Gunnes Warehouse, genossen die Ausstellungen, das Bier (vielleicht eines oder zwei zu viel) und das Essen. Und als wir das von unserer Touristen-Liste streichen konnten, ging es weiter zur Teeling Distillery. Natürlich hatte G.I. die teuerste Führung gebucht. Mit den meisten Whisky zum probieren. Ich war ja bisher der Meinung, Schottische Whiskys wären mein ein und alles... doch Teeling konnte mich definitiv davon überzeugen, dass auch Iren diese Kunst perfekt beherrschen.

Für den Abend brauchten wir etwas wärschaftes. Es hatte doch etwas zu viel Whisky und Guinnes gegeben. Also versuchten wir uns in fremdländischer Küche: Das Yamamori Izakaya.

Am nächsten Tag erfüllte ich mir einen kleinen Traum, als wir im Trinity College die Ausstellung zum 'Book of Kells' anschauen gingen. Zugegeben, ich hätte gerne mehr vom Buch und weniger von seiner Geschichte gesehen, doch auch das was ausgestellt war, war atemberaubend schön.

Da uns auch immer wieder das Irish Whiskey Museum empfolen worden war, kamen wir zum schluss, dass wir uns das durchaus auch mal ansehen könnten. Es gab eine multimedia Rundreise durch die Irische Whisky Geschichte und zum Ende ein paar spannende Whiskys zum probieren.

Und natürlcih war man nicht in den UK, wenn man nicht zumindest kurz in einen Forbidden Planet reingeschaut hatte. Und ein paar Souvenir Shops. schliesslich brauchten wir noch Flatcaps, Touristen-Shirts und Andenken. Sowie die neusten Comic.

Da uns das Japanisch am letzten Abend gut bekommen ist, wollten wir das ganze in einem anderen Restaurant wiederholen. Diesmal entschieden wir uns für das Tomohachi. Eine weise Entscheidung. Das kleine aber feine Restaurant wurde primär von Japanern frequentiert, immer ein gutes Zeichen. Und das Essen war köstlich.

Mit einem letzten, wunderbaren Frühstück im White Moose schlossen wir dann unsere kleine Touri-Reise ab. Fazit: Ab und zu macht es irre Spass, in einer Stadt Touristen Attraktionen zu jagen.

Sonntag, 24. Januar 2016

Indienreise 2015/16 - Drachen und Legenden

15. bis 17. Januar (English Version)
Jaisalmer

Ob es nun daran liegt, dass ich eine wirklich gute Zeit hatte, oder daran, dass Jaisalmer wirklich einfach ein Traum ist... ich begann die Stadt zu lieben.

Ich hatte ein Zimmer im Mystic Jaisalmer. Nicht gerade billig aber es gab warmes Wasser, bequeme Betten und ein wunderschönes Restaurant mit bequemen Balkon-Nischen auf denen man einen überkitschigen Sonnenuntergang betrachten konnte.
Und für die, die es gerne günstig haben, das Hotel bietet auch einen Massenschlag.

Wir hatten das Glück, während des Kite-Festivals in Jaisalmer zu sein. Mehrere Städte führen dies durch und Jaisalmer ist sicherlich nicht der spektakulärste Ort, aber wir besorgten uns nichts desto trotz ein Duzend Drachen, Schnur und Leine und stürzten uns auf dem Dach des Hotels ins vergnügen. Ich meine, wie schwierig kann es schon sein, so einen Drachen in die Luft zu kriegen? Die Antwort ist vernichtend: SEHR! Zumindest für uns unerfahrene Westler. Aber wir hatten einen heiden Spass.

Doch der Run war vorbei, die illustre Gesellschaft löste sich langsam auf. Yves hatte es bereits am Morgen des 15. Januars nach Süden gezogen, Mimi wollte zurück nach Jodhpur, Tim und Ben von den Gentlemen ebenfalls. Ich selber zog die Ruhe von Jaisalmer vor. Ausserdem lachte mich die Option einer Wüsten-Safari an. Und ganz alleine blieb ich nicht zurück. Adam hatte sich im Mystic einquartiert und lagerte seine geschundenen Beine hoch, um bald wieder Reisetauglich zu sein. Er hat noch ein paar Monate weltenbummeln vor sich. Aber mir sollte das recht sein, so hatte ich zumindest noch etwas angenehme Gesellschaft.

Nach den zwei Wochen in einem Tuktuk, ständig umgeben von Lärm und Verkehr, war die Wüstensafari und die gemütlichen Stunde auf der Terasse im Mystic eine wahre wohltat. Ich hatte das Pech, dass zwar verschiedenste Gruppen auf meiner Safari mit dabei waren, diese jedoch alle aus Spanisch sprechenden Regionen kamen, und nur wenige von ihnen wirklich Englisch konnten. Es wurde eine einsame, aber atemberaubende kleine Reise.

Zur Safari gehörte auch ein Zwischenstop in der Geisterstadt Kuldhara mit ihrer hübschen Legende.

Kuldhara, eine kleine aber wohlhabende Stadt, mit 84 umliegenden Dörfern, war eine Gemeinschaft von Brahmins, eine der Kasten Indiens. Die Leute hatten einen starken Sinn für Gemeinschaft und zusammenhalt.

Doch dann wurde der Deewan ein Premierminister des Maharajas auf die Tochter des Anführers. Doch der Deewan gehörte einer anderen Kaste an und so wurde ihm die Heirat verweigert. Dieser jedoch liess sich so schnell nicht abschrecken und drohte die Tochter mit gewalt zu holen.
Die Leute Kuldharas waren wohlhabend und stolz, aber bei weitem nicht gut genug ausgerüstet um sich Jaisalmer zu wiedersetzen. Und so sandte der Vater einen Brief und bat um etwas Zeit um seine Tochter auf die Hochzeit vorzubereiten. Doch damit kauften sich die Brahmins nur etwas Zeit. Im Schutze der Nacht verliess die ganze Gemeinde ihre Heimat. Niemand sah wie sie die Stadt verliessen oder wohin sie gingen.

Doch bevor sie die Stadt verliessen, belegten sie das Land mit einem Fluch und machten das Land für jedermann unbewohnbar. Die Stadt zerfiel doch die Angst vor dem Fluch hielt die umliegenden Ortschaften davon ab, die Steine für neue Gebäude abzutragen. Und so ist von der zerfallenden Stadt noch erstaunlich viel erhalten.

Samstag, 23. Januar 2016

Indienreise 2015/16 - das Ende naht

11. bis 14. Januar (English Version)
Udaipur - Jodhpur - Jaisalmer

Seit Goa hatte sich die Begeisterung für meine Umgebung langsam etwas abgestumpft. Wir hatten die wunderschönen waldigen Hügel hinter uns gelassen und die trostlosen Ebenen richtung Mumbai stimmten mich eher missmutig.


Doch dann erreichten wir Rajastan und steuerten Udaipur an. Gerade rechtzeitig zum Sonnenuntergang erreichten wir das Hotel und seine wundervolle Dachtherasse, wo sich bereits etwa zwanzig andere Leute vom Run versammelt hatten. Und es war traumhaft.
Ich hatte das Gefühl, in einem Disneyfilm gefangen zu sein. Die Stadt in diesem kitschigen Sonnenuntergang sah aus wie Agrabah aus Aladdin.
Schade hatten wir nicht mehr Zeit, die Stadt zu erkunden. Ich hätte gerne noch so viel mehr Zeit dort verbracht. Doch die Uhr Tickte und wir wollten es noch bis Jodhpur schaffen um dort dann vor dem grossen Endspurt eine Pause einzulegen.

Jodhpur ist eine grosse Stadt, weitaus weniger verträumt, wenn auch durchaus hübsch anzusehen... und das Fort ist definitiv einen Besuch wert. Es waren zwei gute Tage. Wir haben das Fort besucht, gut gegessen, ausgeschlafen... einfach einen ruhigen Tag verbracht.

Ich weiss nicht ob es an der Wüstenluft in Rajastan lag, oder daran, dass wir seit gut zwei Wochen in einem Tuktuk sassen... oder vielleicht einfach daran, dass Mimi das Tuktuk langsam aber sicher auch im Schlaf hätte fahren können. Auf jeden Fall wurde Sie immer wagemutiger. So kam es, dass sie auf dem weg nach Udaipur, auf einem grossen Kiesplatz anfing irre lachend eine Gruppe johlender Schulkinder zu jagend, mit dem Tuktuk. Yves und ich konnten uns nur noch hinten festklammern und beten.
In Jodhpur stürtzte sie sich mit so viel enthusiasmus in den Abendlichen Stossverkehr, dass selbst die Einheimischen vor ihr respekt hatten... ausser der Tuktukfahrer, dessen Tuktuk sie geschrammt hatte, der fands weniger lustig...

Aber letzten endes kamen wir in Jaisalmer an. Es ist eine kleine, geschäftige Stadt. Es gab eine spassige Abschlussparty und langsam aber sicher ging jeder seiner wege. So gegen ein Uhr Morgens beschloss ich dann, dass Schlafen eine gute Idee sei und machte mich auf den Rückweg. Alleine. Durch die Altstadt. Im Nachhinein gesehen muss ich mir eingestehen, dass es wohl nicht die schlauste Idee war, die ich in diesen Ferien hatte, aber es ist nichts passiert. Kuh sei Dank.

Ich schlenderte durch die praktisch verlassenen Strassen auf die Altstadt zu, wo ein Kälbchen mitten auf der Strasse stand und mir entgegenstarrte. Als ich an ihm vorbeiging, drehte es sich um, stupste mich mit dem Kopf an und begann mir zu folgen. Geduldig wartete es jedes mal, wenn ich fluchend versuchte, mich in dem Strassenlabyrinth zurecht zu finden und jedes mal wenn ein Strassenköter dachte, er müsse aggressiv werden, stellte es sich neben mich, starrte den Hund an, bis dieser winselnd das weite suchte. Fazit. Mein Schutzengel ist eine Kuh.

Indienreise 2015/16 ab in den Norden


8. bis 10. Januar (English Version)
Thane - Navsari -Amedabad
Nach dem wir Chiplun hinter uns gelassen hatten, kamen wir in eine weniger Hügelige gegend. Die Luft wurde stickig, die Sicht von einem steten Dunst verdeckt und vor uns erstreckte sich ein Thal voller... nichts.

Sicher waren da Häuser, Fabriken, zerfallene Gebäude deren Funktion man nicht mal mehr erraten konnte... aber es gab nicht wirklich etwas zu sehen. Je näher wir Mumbai kamen, desto unspektakulärer wurde die ganze Sache. Und als wir schliesslich auf die Umfahrungsstrassen gelangten, war da nur noch aggressiver Verkehr, Abfall und Armut.

Ich begann die lachenden und sorglosen Gesichter aus Kerala und Goa zu vermissen. Ich bekam erst in Udaipur wieder das Gefühl, dass die Leute etwas auftauten. Gemäss anderen Teams waren die Leute um Mumbai zwar genau so hilfsbereit und freundlich, man sehe es ihnen aber einfach nicht auf den ersten Blick an.

Doch um Mumbai stellten sich uns noch ganz andere Probleme entgegen. Benzin in Kanistern. No can do sir! Denn scheinbar hatte es vor ein paar Jahren einen Anschlag gegeben. Seither. Only fill in Tuktuk. Ma'am! Zum Glück hatten wir aber Mimi dabei. Blond, süsses Lächeln bittende, grosse Rehaugen. Und zaaack. Wir hatten unseren Kannister gefüllt und konnten der Aglo-Mumbai entfliehen.

Doch halt! Unsere Probleme waren damit nicht gelöst. Wir kamen am frühen Abend in Nasvari an und versuchten ein Hotel zu bekommen. Nun... theoretisch waren da einige Hotels, praktisch fanden die das aber alle nicht so toll, dass da ein paar unzüchtige Westler auf der Matte standen. Oder aber sie hatten das Gefühl, ihre kleinen rustikalen Räume wären nicht gut genug für versnobte Westler. Nach dem dritten Hotel mit "No room, sorry!" wurde es langsam bedenklich. Doch dann sprach uns eine nette Dame an. In dem Hotel, in dem Sie wohne, gäbe es noch Zimmer. Sie helfe uns. Und so führte sie uns in das erste Hotel zurück, das wir angefragt hatten und oh wunder. Nach einem energischen Monolog der netten Dame, war da plötzlich ein Zimmer frei.

Wir zogen dann los, um etwas zu essen. Essen von Strassenständen ist in Indien einfach herrlich. Wir besorgten uns eine grosse Portion fritiertes Zeugs, dessen Namen wir uns nicht merken konnten, setzten uns auf eine Treppe, breiteten unser Essen auf einem Stück Zeitung aus und begannen zu schmausen. Doch da stand plötzlich eine junge Frau vor uns und redete besorgt auf uns ein und deutete immer wieder auf unser Essen und gestikulierte. Wir lächelten, wackelten mit dem Kopf und zuckten mit den Schultern. Die Dame rauschte davon, zurück in ihren kleinen Laden und kam Sekunden später mit Papptellern wieder drückte uns diese in die Hände, lächelte und verabschiedete sich.

Zwischen Nasvari und Amedabad hohlten uns die Gentlemen ein. Drei spassige Zeitgenossen, die dank ihrem wagemutigen Fahrstil nun etwas lädiert waren. Ben, der Fahrer hatte ein paar Kratzer an der Schulter, sein Kollege Tim eine angeknackste Rippe und eine offene Ferse und der dritte im Bunde, Adam, sah aus als hätte Hannibal Lecter versucht seine Beine zu schälen. Doch sie trugen es wie echte Kerle und hatten noch immer einen heiden Spass. Erschreckender Weise sollte das auch die einzige Gruppe bleiben mit denen wirklich kontakt hatte. Hundert Teams, Zweihundertfünfzig Runner... und ich schaffe es mit müh und not fünf Nasen etwas besser kennenzulernen.

Freitag, 22. Januar 2016

Indienreise 2015/16 Pleiten und Pannen



4. bis 7. Januar (English Version)
Gokarta - Palolem - Mandrem - Chiplun

Das Tuktuk machte uns noch einige Probleme. Wir strandeten mehrmals im Nirgendwo und schlussendlich fiel unsere Gangschaltung auseinander. Wir schafften es, aus der nahen Stadt einen Mechaniker zu organisieren, der dann mit einem Beutel voll Werkzeugen im Bus angereist kam.

Aber er hats geflickt, und uns dann auch glatt noch in die Stadt gefahren.

Von dort aus schafften wir es, in einem anfall von Wagemut, weiterzufahren, bis es Stockdunkel war... ein Erlebnis, dass wir nicht zwingend Wiederholen wollen.

Doch wir schafften es doch noch bis nach Gokarta. Leider sahen wir von dem Ort nicht, da es bereits Dunkel war. Aber wir fanden ein verstecktes, kleines Restaurant, mit drei Tischen auf einer Veranda. Gekocht wurde von einer kleinen, alten Frau. Es war himmlisch.

Als wir nach dem Rezept fragen, wurde ein junges Mädchen herangewinkt, die uns in sehr gutem Englisch alles erklärte. Als sie fertig war, schaute sie Mimi herausfordernd an und meinte kokett: "And now Repeat!" Jep das Mädchen wird mal weit kommen.


In Palolem habe ich mich auch ein bischen in Goa verliebt. Wundervoller Strand, mit niedlichen Zimmern und Strandhütten und Restaurants mit leckerem Essen und guten Coctails. Ein Typischer Touristen Ort, mit allem was das Herz begehrt. Innerhalb von fünf Gehminuten hatte ich alles. Essen, Trinken, Buchladen, Strand... was braucht man mehr?
Auch Calangute und Mandrem haben diesen Eindruck noch etwas vertieft. Goa ist toll.

In Mandrem fanden wir mit gutem Glück ein Zimmer im Dunes. Sehr zu Empfehlen. Die Angestellten waren von unserem Tuktuk so begeistert, dass der Parkdienst gleich noch eine Runde damit gedreht hat. Das Zimmer hatten wir auch nur ergattert, weil wir zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren. Etwas früher und das Zimmer war noch reserviert, etwas Später und eine andere Runner-Gruppe hätte uns das Zimmer weggeschnappt.

Sonntag, 3. Januar 2016

Indienreise 2015/16 Verrückte erste Tage

1. bis 3. Januar (English Version)

Route: Kochin - Valanchery- Nileshwar - Kundapur


Die Reise beginnt. Die Runner sind über einen Whatsapp Chatt verbunden, damit alle erzählen können, in was für einer Scheisse sie stecken. Die neuigkeiten des ersten Tages reichten von 'Im Bad unseres 4-Franken Hotelzimmers klebt Scheisse an der Wand' bis hin zu 'Scheisse mein Tuktuk klebt unter einem Bus!' (Anm. Besagter Person geht es gut, dem Tuktuk leider nicht.)

Als wir am ersten Abend versuchten ein Hotel zu bekommen, wurden wir in der ersten Absteige sofort abgewiesen und an ein anderes Hotel weitergereicht. Nur das besagtes Hotel kein Hotel mehr war und wir wieder weitergeschickt wurden. Wir endeten vor einer doppelflügligen Glastür, in einem schicken Innenhof, vor einem riesigen Hotelgebäude.

Das ganze sah aus, als würde die Queen persönlich hier übernachten... naja, vielleicht als sie jünger war. Viel jünger. Die Räume hier riechen, als stehen sie seit Jahren leer und ausser zwei einsamen Portiers haben wir noch keine Menschenseele getroffen.

Am Zweiten Tag ging es völlig unspektakulär zu. Wir kamen nicht ganz so weit wie erhofft, da wir gemütlich verschlafen hatten... aber wir kamen gut vorwärts. Gegen Abend, es begann bereits dunkell zu werden, mussten wir Feststellen, dass die von Googlemaps angegebene Ortschaft nicht so gross war, wie versprochen... und Nachts fahren ist die Hölle.
Wir tuckerten gerade an den letzten paar Häusern vorbei, als Mimi und ich hinten laut 'Links, Links, Links!' brüllten, weil dort ein superschickes Ferien-Ressort auftauchte. Erste Sahne wars!

Und dann gings richtig früh am nächsten Morgen weiter. Wir wollten schliesslich weit kommen! Theoretisch wären wir das auch... wenn wir nicht gegen Mittag zwei Zündkerzen durchgebraten hätten, ehe ein Mechaniker uns eröffnete, dass wir den Kolben gekillt haben... und dass man am Sonntag niemanden Finden wird, der einen solchen Kolben verkauft.

Zum Glück kam uns zwischenzeitlich das Deutsche Team zu hilfe. Deren McGuyver hatte sich die Baupläne organisiert und vor der Abreise schnell gelernt, wie man so en Tukuk repariert. Er konnte da noch etwas mehr Infos austauschen.

Nach endlosem hin und her Checkten wir im Hotel neben an für drei Franken ein und gingen etwas essen. Danach stand der Mechaniker wieder auf der Matte... denn er hatte einen Kerl gefunden, der einen Kerl kannte der einen Kolben hatte... es wurde wild gestikuliert, geredet, mit dem Kopf gewackelt, geschraubt, gewackelt, gehämmert und um vier Uhr Abends waren wir wider jeder Erwartung zurück auf der Strasse. (Und fanden danach sogar ein Hotel für 50 Franken die Nacht mit Pool... Pool ist mein neuer Gott!) 

Freitag, 1. Januar 2016

Indienreise 2015/16 - For Tuks Sake!


30. und 31. Dezember 2015 (English Version)

Die Leute pimpen ihre Tuktuks... oder auch nicht. Die Vielfalt unter den kleinen Fahrzeugen ist gewaltig. Gewisse, brechen fast unter der ganzen Deko zusammen, andere sind einfach ein wenig angemalt. Ich selber habs nicht so mit dem Pimpen. Es muss einfach fahren und möglichst ganz bleiben.

Das ganze Kennenlernen mit den anderen Teams gestaltet sich etwas schwierig. Es sind einerseits zu viele, andererseits sind wir mit unserem schicken BnB so ab vom Schuss, dass man auch nicht einfach am Morgen beim Kaffee aufeinander trifft. Ich hoffe, das gibt sich unterwegs noch. Dafür haben wir aber zwei Schweizer kennengelernt, die völlig hin und weg von unserem Abeneuer sind und auch gleich unseren Blog wollten, damit sie zumindest virtuell an diesem Abenteuer teilhaben können. Yey, wir haben Fans.

Ich habe mir nach der Probefahrt geschworen nicht mehr hinter den Lenker der Rickshaw zu sitzen. Anfangs ging ja alles gut... wirklich. Nur bin ich in meinem ganzen Leben noch nie ein Motorrad oder dergleichen gefahren. Und als ich dann spontan hinter einem Bus hätte bremsen sollen, war da am Lenkrad keine Bremse und ich habe reflexartig das Handgelenk zurückgedreht... jap... das bedeutet Gasgeben. Nach einer Schreckenssekunde hat mein Fuss dann das Bremspedal gefunden. Ich habe geschrien, Mimi hat geschriehen, die Passanten haben geschriehen und nachdem wir festgestellt hatten, dass es allen gut ging, hat Yves uns dann seelenruhig zurückgefahren. Mein Body-Count verschreckter Passanten: 4 ältere Damen.

Die Sylvesterparty fand auf einer Insel statt. Hübsch abgelegen, in einem wunderschönen Hotelgarten. Mit leckerem Essen, viel zu lauter Musik, lauwarmem Bier und Wein den man mit Essig verwechseln konnte. Etwas suboptimal war die Tatsache, dass mein Fuss, dank eines Mückenstichs und der Hitze auf die Doppelte Grösse angeschwollen war und ich nicht viel mehr machen konnte als herumsitzen und brüllen, da man bei der Musik schlicht weg keine gesittete Unterhaltung führen konnte. Aber wir haben doch noch ein paar nette Bekanntschaften geschlossen.